Verlängerung ohne Jagdkommando

17. Februar 2009, 16:34
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Spezialeinheiten in UNO-Mission nicht gefragt - 80 Soldaten für Aufbau, Abbau und Unterstützung bleiben bis März 2010

Wien - Der Ministerrat hat am Dienstag die Fortsetzung des Tschad-Einsatzes des österreichischen Bundesheers beschlossen. Statt bisher 160 umfasst das neue Mandat bis zu 130 Soldaten aus Österreich. Das Team wird hauptsächlich für den Transport der Versorgungsgüter für die Blauhelm-Truppe verantwortlich sein.

"Der Einsatz macht Sinn", betonte Verteidigungsminister Norbert Darabos (S). Österreich werde seinen Beitrag dazu leisten, die vielen Flüchtlinge im Tschad zu beschützen. Afrika habe "hohe sicherheitspolitische Bedeutung", so Darabos. "Entwicklungen in Afrika haben zunehmend Auswirkungen auf Europa."

Dass das Bundesheer sparen müsse, ist für Darabos kein Argument. Eine der Säulen des Bundesheers seien Auslandseinsätze, bei denen Österreich "federführend in Europa" sei.

Das derzeitige Mandat der EUFOR-Mission läuft am 15. März aus. Die Nachfolgemission MINURCAT untersteht der UNO. Ob sich Österreich auch 2010 an dem Einsatz beteiligen wird, steht für Darabos derzeit "nicht zur Debatte". Die Notwendigkeit werde sich erst in ein paar Monaten weisen, so der Verteidigungsminister.

MINURCAT II: Sicherheit für Flüchtlinge und Hilfsorganisationen

MINURCAT II (United Nations Mission in Central African Republic and Chad) heißt die Nachfolgemission für die EUFOR-Mission, deren Mandat am 15. März ausläuft. Die UNO-Mission soll im Grenzgebiet zur sudanesischen Krisenregion Darfur für die Sicherheit von Zivilbevölkerung, Flüchtlingen und Hilfsorganisationen sorgen, wie das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport in einer Aussendung am Dienstag erklärte.

Die künftige UNO-Mission, an der auch ein Kontingent des österreichischen Bundesheers teilnehmen wird, umfasst im Kern dieselben Aufgaben wie die auslaufende EU-Mission. Dazu zählen der Schutz von Zivilpersonen, insbesondere der Tausender Flüchtlinge und Binnenvertriebene in der Grenzregion zum Sudan. Die allgemeine Sicherheitslage soll verbessert werden, Grundlagen für den längerfristigen zivilen Wiederaufbau und Maßnahmen, um die freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge zu ermöglichen, unterstützt werden, sowie Personal, Ausrüstung und Einrichtungen der UNO geschützt werden.

Das österreichische Kontingent der Tschad-Mission ist als Logistikeinheit für den Transport der Versorgungsgüter für die Blauhelm-Truppe verantwortlich. Das Bundesheer-Kontingent setzt sich zusammen aus Kontingents-Kommando, Führungselement, Versorgungselement, Transportelement, Instandsetzungselement, Unterstützungselement, Sicherungselement und Sanitätselement.

Keine Jagdkommando

Im Bundesheerkontingent für die neue UNO-Mission im Tschad werden die Spezialeinsatzkräfte des Jagdkommandos nicht mehr dabei sein. Bei der bisherigen EU-Mission waren die rund 40 Soldaten ein Kern des Kontingents. Ihre Hauptaufgabe war Aufklärung. Im Konzept der MINURCAT (Mission der Vereinten Nationen in der Zentralafrikanischen Republik und im Tschad), an der sich Österreich bis Ende 2009 beteiligt, sind sie nicht mehr erforderlich. Die Bundesheer-Soldaten übernehmen nun logistische Aufgaben. Sie werden für den Transport der Versorgungsgüter für die Blauhelm-Truppe verantwortlich sein.

Der Einsatz läuft bis Ende 2009 und umfasst ein Logistikkontingent mit bis zu 130 Soldaten. Bis zu 50 Soldaten eines Auf- und eines Abbauteams sowie bis zu 30 weiteren Personen für vorbereitende bzw. unterstützende Tätigkeiten bleiben bis 15. März 2010, heißt es im Kommunique des Ministerrats. (APA)

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