100 Mio. Euro Konjunkturpaket für Kreativität

17. Februar 2009, 16:09
9 Postings

"Angewandter"-Rektor Gerald Bast: "Autohändler scheinbar wichtiger als Künstler und Kreative"

Wien - In einem am Dienstag veröffentlichten Offenen Brief an die Nationalratsabgeordneten fordert der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast, ein "Konjunkturpaket für Kreativität und Innovation" in Höhe von 100 Mio. Euro. "Deficit spending für mehr Autokäufe, mehr Straßen, mehr Häuser ist keine langfristig wirksame Zukunftssicherung", so Bast. Zukunftssicherung verlange "Investitionen in Stimulationsprogramme für Innovation in den Bereichen Interdisziplinäre angewandte Forschung im Schnittfeld von Kunst und Wissenschaft, Creative Industries, Social Design und kulturelle Stadtentwicklung".

In den Zeiten der Krise seien "ein paar Autohändler scheinbar wichtiger als ca. 20.000 KünstlerInnen und 100.000 Beschäftigte in der österreichischen Kreativwirtschaft", kritisiert Bast. Politiker, Autoindustrie und Gewerkschaft würden die Unterstützung des Automobilsektors durch den Staat mit dem befürchteten Know-how-Verlust begründen. Für Bast wird aber der Know-how-Verlust in allen Bereichen der bildenden und darstellenden Kunst, der Architektur, des Design, etc. die Zukunft Österreichs weit mehr beschädigen als in vielen anderen Bereichen der traditionellen Wirtschaft. "Warum wird also die erzwungene 'Kurzarbeit' im Kreativsektor nicht ebenso staatlich gefördert, wie die Kurzarbeit bei General Motors Österreich, KTM oder Magna", so Bast.

Was Österreich jetzt brauche, seien neue Ideen, neue Strategien, neue Produkte. "Die Zukunft dieses Landes zu sichern bedeutet, Kreativität und Innovation zu stimulieren". Unterstützung für seine Forderung erhält Bast von den Grünen. (APA)

  • Gerald Bast: "Autohändler scheinbar wichtiger als Künstler und Kreative"
    foto: der standard

    Gerald Bast: "Autohändler scheinbar wichtiger als Künstler und Kreative"

Share if you care.