Die Sanierungspläne für GM/Chrysler

17. Februar 2009, 16:09
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Die Frist für die Vorlage an die US-Regierung läuft heute ab

Detroit - Unter Hochdruck haben die angeschlagenen US-Autoriesen General Motors und Chrysler bis zuletzt an ihren Sanierungsplänen gearbeitet, um sie zum Ablauf der Frist am Dienstag der Regierung vorlegen zu können. Von den Konzepten hängt ab, ob die Opel-Mutter GM und die frühere Daimler-Tochter Chrysler die erhaltenen Kredite über insgesamt 17,4 Mrd. Dollar (13,8 Mrd. Euro) behalten und auf zusätzliche Staatshilfen hoffen dürfen. Im Folgenden wesentliche Punkte, die vermutlich Bestandteil der Vorlagen sein werden.

Arbeitsplätze

Beide Konzerne müssen zum Überleben ihre Kosten senken. Dabei hat ihnen die Regierung auferlegt, die Personalkosten in den USA zurückzufahren, um vor allem im Wettbewerb mit den japanischen Rivalen Toyota, Nissan und Honda bestehen zu können. Medienberichte über GM-Pläne für Werksschließungen in Europa wies der Opel-Betriebsratschef Klaus Franz noch am Dienstag zurück. Derartige Szenarien seien nach seinen Kenntnissen nicht in dem Sanierungsplan enthalten.

GM hat bereits angekündigt, die Zahl der Angestellten weltweit um 10.000 und damit um 14 Prozent zu verringern. Zudem bietet der Konzern seinen 62.000 gewerkschaftlich organisierten Werksarbeitern in den USA Abfindungen an. Auch Chrysler bietet seinen von der Gewerkschaft UAW vertretenen Arbeitern Abfindungen an. Zugleich verhandeln beide Hersteller mit der mächtigen UAW über eine Senkung der Sozialleistungen.

Verkauf von Konzernteilen

Die europäischen Arbeitnehmervertreter fordern eine Abspaltung der deutschen GM-Tochter Opel und der schwedischen Tochter Saab. Dabei erwägen sie auch eine Staatsbeteiligung. GM hat zudem versucht, die Marken Saab und Hummer zu verkaufen und prüft diese Optionen auch für Saturn.

Chrysler hat nach eigenen Angaben drei Interessenten für seine Sportwagenmarke Viper.

Weniger Vertrags-Händler

GM und Chrysler wollen die Zahl ihrer Vertragshändler vor allem in den Ballungsgebieten senken. Zum Abbau der hohen Lagerbestände bieten sie den Kunden zudem billige Kredite und kräftige Rabatte an.

Verhandlung mit Zulieferern

Beide Konzerne verhandeln mit ihren Zulieferern, um die Einkaufskosten zu senken. Hier sind die Ergebnisse aber noch weitgehend offen, da auch die Zulieferer nach den Produktionskürzungen der Autobauer massiv unter Druck stehen.

GM ist Kreisen zufolge auch in Gesprächen über einen Rückkauf von Werken seiner Ex-Tochter Delphi. Ziel ist es offenbar, damit Delphi den Weg zum Verkauf weiterer Teile zu ebnen und seit Jahren bestehende Belastungen für die GM-Bilanzen abzubauen. Delphi arbeitet seit 2005 unter Gläubigerschutz.

Abbau unbesicherter Kredite

Nach den Auflagen für die bisherigen Staatskredite müssen beide Autobauer ihre unbesicherten Kredite um zwei Drittel abbauen. Davon ist vor allem GM betroffen. Der Konzern muss seine unbesicherten Schulden von 27,5 auf 9,2 Mrd. Dollar über eine Umwandlung der Schulden in Aktien senken. In diesem Zusammenhang müsste GM auch seine Beiträge für den Krankenversicherungsfonds für Pensionisten auf 10,2 Mrd. Dollar halbieren.

- Chrysler hat nur wenig unbesicherte Kredite. Der Konzern verhandelt aber mit seinen Gläubigern über seine besicherten Verbindlichkeiten und muss ebenfalls seine Beiträge in den Krankenversicherungsfonds senken. (APA/Reuters)

 

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