2.000 Jahre Haft für spanischen Arzt

17. Februar 2009, 15:55
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Er benutzte dieselben Nadeln für die Patienten, mit denen er sich selbst Drogen injizierte

Madrid - Spaniens Oberster Gerichtshof hat einen Narkosearzt zu fast 2.000 Jahren Haft verurteilt, der 275 Patienten mit Gelbsucht infiziert hat. Der Mediziner hatte bei Krankenhauspatienten in Valencia dieselben Nadeln benutzt, mit denen er sich selbst Drogen und Betäubungsmittel injiziert hatte. Vier seiner Patienten starben an den Folgen der Krankheit.

Die Madrider Richter bestätigten zum Abschluss eines Berufungsprozesses das Urteil, das ein Gericht in Valencia vor knapp zwei Jahren gefällt hatte. Von der extrem langen Haftstrafe muss er nach spanischem Recht allerdings höchstens 20 Jahre verbüßen. In der Zeit von 1988 bis 1997 waren in vier Krankenhäusern in der ostspanischen Hafenstadt, in denen der Arzt Dienst tat, 275 Patienten mit Hepatitis C infiziert worden. Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus löst in den meisten Fällen eine chronische Erkrankung aus und kann zu schweren Leberschäden führen.

20 Millionen Euro Entschädigung

Der Mediziner wurde wegen Körperverletzung und fahrlässiger Tötung zu insgesamt 1933 Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte muss den infizierten Patienten zudem insgesamt 20 Millionen Euro Entschädigung zahlen. Für die Zahlung muss nach dem Urteil des Gerichts notfalls auch das Gesundheitsministerium der Region Valencia aufkommen, das die Richter zivilrechtlich für mitverantwortlich erklärten. Der Arzt hatte die Vorwürfe bestritten. Er habe keine Drogen genommen und bis 1998 gar nicht gewusst, dass er an Hepatitis C litt, sagte er. (APA)

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