Nokia kauft nach Jahren des Streits wieder bei Qualcomm ein

17. Februar 2009, 15:42
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Eiszeit beendet

Der finnischen Handyriese Nokia nimmt nach jahrelangem Streit wieder den US-Chiphersteller Qualcomm in den Kreis seiner Zulieferer auf. Die Übereinkunft, die die Unternehmen am Dienstag auf dem Mobile World Congress in Barcelona verkündeten, beendet eine lange Eiszeit zwischen Nokia und Qualcomm, die sich in den vergangenen drei Jahren vor allem vor Gericht im Streit um Patente und Lizenzzahlungen begegnet waren. Die Klageflut auf drei Kontinenten endete im vergangenen Sommer mit einem Vergleich und einer Einmalzahlung von Nokia an die Amerikaner von 1,7 Milliarden Euro.

Die beiden Firmen kündigten an, zusammen UMTS-Chips für den Einsatz in hochwertigen Nokia-Telefonen zu entwickeln, die zunächst ab Mitte 2010 auf den US-Markt kommen sollen. "Wir sind sehr begeistert über die Zusammenarbeit", sagte Qualcomms Europachef Andrew Gilbert. "Wir werden uns um so viele Aufträge wie möglich bemühen."

Nokia setzt allerdings in Zukunft auch weiterhin auf Chips des Qualcomm-Rivalen Broadcom. Zu Nokias Lieferanten für Halbleiter im Einsatz der neuesten Geräte (3G) zählen auch Texas Instruments und die Gemeinschaftsfirma ST-Erisson. Von der bayerischen Infineon beziehen die Finnen Komponenten für günstigere Handys. Mit der neuen Generation von Smartphones zielt Nokia auf den amerikanischen Markt. Dort hält der weltgrößte Handyhersteller einen Marktanteil von zuletzt lediglich 8,7 Prozent während er weltweit mit einem Anteil von 37 Prozent den Markt dominiert. (Reuters)

 

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