Wenn Daten leuchten

18. Februar 2009, 18:10
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100 Megabit Daten pro Sekunde sollen kabellos mit Licht übertragen werden

LEDs könnten eine neue, schnelle Spur auf der immer öfter verstopften Datenautobahn eröffnen. Forscher arbeiten daran, 100 Megabit Daten pro Sekunde kabellos mit Licht zu übertragen.
Hochauflösendes Fernsehen aus dem Internet, Filme auf Abruf, Videokonferenzen oder der Datenaustausch zwischen Sensoren sind nur einige Anwendungen, die in Zukunft den Datenverkehr weiter ansteigen lassen werden. Herkömmliche WLAN-Netzwerke werden dabei immer öfter an den Rand der Überlastung gebracht.

Lichtwellen

Auf Lichtwellen zu surfen, könnte den drohenden Datenstau vermeiden. Siemens-Forschern ist es nun erstmals gelungen, 100 Megabit Daten pro Sekunde kabellos mit Licht zu übertragen. Als Lichtquelle dienten Weißlicht-LEDs, die extrem schnell und für das menschliche Auge nicht sichtbar moduliert, also ein- und ausgeschaltet werden können. Am anderen Ende wartet eine konventionelle Siliziumphotodiode als Empfänger, die die Signale wieder in elektrische Impulse umwandelt. Neben Bandbreite und Geschwindigkeit bietet diese Technologie vor allem einen Vorteil: Im Unterschied zu Funkwellen dringt Licht nicht durch Wände und kann von außen nicht "abgehört" werden.

Schlüsselfaktoren

Die Herausforderung bestand vor allem in der Datenmenge. Die Forscher setzten den Hebel an zwei Punkten an: Sie verwenden für die Datenübertragung nur das blaue Licht der LEDs, außerdem hilft eine spezielle Modulation der Pulsamplituden, Bandbreite zu gewinnen. Weitere Schlüsselfaktoren für die Weiterentwicklung: Potenzielle Störquellen, etwa Leuchtstoffröhren, müssen berücksichtigt werden. Für eine ebenfalls notwendige Vergrößerung der Übertragungsstrecken setzt man auf hellere LEDs. (18.2.2009)

  • Die Herausforderung bestand vor allem in der Datenmenge. Die Forscher
setzten den Hebel an zwei Punkten an: Sie verwendeten für die
Datenübertragung nur das blaue Licht der LEDs und modulierten die Pulsamplituden.
    foto: siemens

    Die Herausforderung bestand vor allem in der Datenmenge. Die Forscher setzten den Hebel an zwei Punkten an: Sie verwendeten für die Datenübertragung nur das blaue Licht der LEDs und modulierten die Pulsamplituden.

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