Erfinden 2.0: Kostenlose Patentvermarktung im Netz

  • Durch alle möglichen Erfindungen kann man sich auf patent.net.de klicken, auch eigene Bewertungen oder Verbesserungsvorschläge abgeben können abgegeben werden.
    foto: patent-net.de

    Durch alle möglichen Erfindungen kann man sich auf patent.net.de klicken, auch eigene Bewertungen oder Verbesserungsvorschläge abgeben können abgegeben werden.

  • Eine Erfindung aus Österreich: Ein Gerät zum Entleeren von Eiern, das
auf eine "hygienische Entleerung von Eiklar und Eidotter" abzielt.
    foto: patent-net.de

    Eine Erfindung aus Österreich: Ein Gerät zum Entleeren von Eiern, das auf eine "hygienische Entleerung von Eiklar und Eidotter" abzielt.

Ob "Nagelpolierfeile" oder "Joghurtbecher neu": Die Idee ist da, die Erfindung auch - und wie geht es dann weiter?

Die Gespräche mit Erfindern und Erfinderinnen zeigen: Weniger das Anmelden eines Patents ist das Problem, als vielmehr die Präsentation und der Kontakt mit Unternehmen, wissen die Betreiber der "Patentverwertungs GmbH" Marijan Jordan und Gerhard Muthenthaler. Die professionelle Vermarktung von Ideen können sich aber nicht alle leisten. Jordan und Muthenthaler mussten "oft schweren Herzens geniale Ideen wegschicken, weil wir nicht umsonst arbeiten können".
Die Lösung sahen sie darin, ihr "firmeninternes Know-how in schöner Web 2.0 Manier aufzubereiten und öffentlich zugänglich zu machen."

Bewertung der Ideen

Somit kann seit November 2008 auf dem Online-Marktplatz www.patent-net.de jede Erfindung öffentlich präsentiert werden. Neben der Veröffentlichung können die umgesetzten Ideen auch (anonym) bewertet, verbessert sowie Kontakte für mögliche Kooperationen geknüpft werden. patent-net.de will als Schnittstelle für ErfinderInnen, PatentinhaberInnen, kreative Menschen und UnternehmensgründerInnen fungieren. Als eine - aber einzige - Voraussetzung gilt: Die Idee muss geschützt sein, dann steht der kostenlosen Registrierung nichts mehr im Weg - und im Optimalfall auch dem Geldfluss. patent-net.de zählt mittlerweile 650 registrierte Mitglieder.

Zwar ist Österreich bei den Patentanmeldungen vorne dabei, so Jordan, die Erfolge bei der Vermarktung von Schutzrechten von privaten Erfindungen können derzeit aber vorwiegend die USA und Korea für sich beanspruchen. Jordan führt das auf den "stärkeren Einsatz des Internets für die Verwertungen privater Erfindungen" zurück.

"Joghurtbecher neu"

Auf der Website präsentieren sich den UserInnen als erstes die aktuellsten Erfindungen: Eine besonders für künstliche Nägel geeignete "Nagelpolierfeile" wurde ebenso schon erfunden wie der "Joghurtbecher neu" oder eine "Insulin-Dosis-Optimierung". Eine ambitionierte "Anlage zur Erzeugung von Energie" stellt sich auf der Seite so vor: "Die Anlage beruht auf der Basis eines (ausreichend schweren) Schwimmkörpers (auf einem Fluss oder auf dem Meer), der an einer, an einem festen Punkt 'angehangenen', in der Länge variablen Stange zur maximalen Pendelbewegung gebracht wird. Die in der Nähe des Achsauges auftretenden kinetischen Hebelkräfte werden über ein Halbzahngetriebe und einen Generator in elektrische Energie umgewandelt."

Die Anschaulichkeit der Beschreibungen variieren, auch wie die Stadien, in denen sich die künftigen Produkte befinden. Zeichnungen von den Erfindungen sind auf der Site ebenso zu sehen wie die fix und fertig umgesetzte Idee.

Präsentiert werden die Ideen in Hinblick auf das bisher ungelöste Problem und die nun gefundene Lösung, was bei Erfindungen, die mit "Ohrschmuck-Fee - zum übersichtlichen Aufbewahren von Ohrschmuck" betitelt werden, allerdings hinfällig ist. Vielmehr Erklärung bedarf es eigentlich nicht mehr, die "Problemlagen" lesen sich daher bei der einen oder anderen Erfindung recht skurril.

"Wir arbeiten selbst mit den Werkzeugen und haben bisher für so gut wie jede von uns eingestellte Erfindung binnen 3 - 4 Monaten Interessenten gefunden", zeigten sich Muthenthaler und Jordan von ihrer Website überzeugt.

Konkretes Interesse aus der Werbeartikelbranche gibt es beispielsweise an einer (österreichischen) Erfindung: Ein Gerät zum Entleeren von Eiern, das auf eine "hygienische Entleerung von Eiklar und Eidotter" abzielt. Das bis auf zwei kleine Einstiche unbeschädigte Ei kann dann für die Osterdeko-Produktion verwendet werden, wird den UserInnen nahegelegt.

Qualität

"Die Vermittlungsquote hängt stark von der Qualität der Erfindung ab", so Jordan.
Eine "Befestigungsvorrichtung für die Halterung eines Tonabnehmers" befindet sich bereits in Produktion, die neuen Mikrofonhalterungen für Schlagzeuge werden in ein paar Wochen fertig gestellt sein.

"Gerade in Zeiten einer Krise versuchen viele Erfinder brach liegende Patente zu Geld zu machen. Auf der anderen Seite benötigen Unternehmen gute Ideen, um sich zu behaupten. Technologietransfer war bisher immer eine bilaterale Angelegenheit ohne einen festen Marktplatz", was die beiden Erfinderberater einfach nicht mehr zeitgemäß finden. (beaha, derStandard.at, 18.2.2009)

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16 Postings
Eine ambitionierte "Anlage zur Erzeugung von Energie"???

also es gibt bereits Anlagen zur Erzeugung von Energie durch Wellenbewegung, wie z.B das OWC-Prinzip (gibts schon seit 20 Jahren), oder die Ami-Version OPT "ocean power technology" usw.

darf es nur eine art von wellenkraftwerk geben?

ich finde es schön, wenn sich leute gedanken machen, wie man etwas besser machen kann. dass sie dann auch geld dafür kriegen wenn es jemand anders umetzt ist doch nur fair. wenn es ein totaler blödsinn wäre könnte der erfinder ja kein patent darauf haben.

mich stört bei dem wellenkraftwerk eigentlich nur das wort "erzeugung" im titel. ich habe in der schule gelernt, dass man nur umwandeln kann, aber nicht erzeugen.

ansonsten gut, dass so eine ambitionierte idee aus österreich kommt, wo wir eigentlich die sind denen immer alles so passt wie es grad ist. ich finds halb genial halb idiotisch, also genau das was ich mir vom internet erwarte :-)

eine gute sache

Ich bin der Meinung das patent-net genau der richtige Marktplatz ist für geschützte Ideen.
Diese Art von Handel von Schutzrechten ist sehr neuartig und zeitgemäß mit der Hilfe von neuen Technik von Web 2.0 . Es gibt doch soo viele Patente und Gebrauchsmuster die einfach in der Schublade liegen oder auf mancher Statischer Seite (Datenbank) bei Privaten Erfindern oder eben Unternehmen – hier können Sie wieder zum Leben erweckt werden und einfach Umgesetzt werden.
Weiter so, finde ich sehr gut !

da muss ich ihnen recht geben,...

"hygienische Entleerung von Eiklar und Eidotter"

klar - so sieht das ding aus...

Ich glaube da war in Scherzbold am Werk. Die französische Redensart "vider ses couilles" ließe sich freilich so ähnlich übersetzen - und da ist das Design dieses Gerätes praktisch kongen(it)al.

hoffentlich funktioniert das

vielen kreativen köpfen
wäre viel geholfen.

bin selbst seit 10 jahren auf
vermarktersuche, die "professionellen"
Vermarkter kann ich mir nicht leisten.

Hab schon genug reingesteckt !!!

Ah, du bist kreativer Zeilenumbrecher, stimmts?

fehlt nur noch wer

der ihm den zeilenumbuch professionell (und vor allem günstig) vermarket.

da ich es mir nicht leisten

kann eine Idee oder was auch immer zum patent anzumelden, würde ich sie mit ins grab nehmen... warum soll ein anderer davon profitieren (siehe schreibmaschine, kugelschreiber usw.)

Und was bringt es im Grab?

Ideen sollten frei sein.
Erst wenn ein deutlicher finanzieller Erfolg auf der Basis einer Idee eintritt sollte man an die Vermarktung denken.

Daher: Freie (gratis) Patentanmeldung und Nutzung. Erst wenn Gewinn entsteht hat die Erfindung ja überhaupt Sinn.

Momentan verhindert Patentrecht nur Ideen und Umsetzung.
Zuerst Patente kaufen um dann noch mehr Geld hinein zu stecken um dann am Ende sowieso eine Pleite hin zu legen ist doch Schwachsinn.

Herr Bic hat ganz gut verdient!

erfunden hat ihn aber ein herr biro

qed

und der herr

der es gekauft hat heiß nicht bic, das war der name der produkte. und ja herr biro hat auch vedient, weil er die rechte verkauft hat. also quasi genau das worum es im artikel geht.

:-D das ding sieht auch aus wie zum entleeren von eiern- failblog wird sich freuen.

Ja, leider gehts in der Übersetzung verloren...

Failblog FTW! :-)

http://failblog.org/tag/phallic/

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