Prozess gegen Rote Khmer

Porträt eines Opfers: "Behaltet den Maler"

17. Februar 2009, 15:43
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    Im ehemaligen Gefängnis S-21 befindet sich heute ein Museum, das an die Gräuel der Pol Pot-Diktatur erinnern soll. Vann Naths Werke sind dort ausgestellt.

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    Der junge Vann Nath auf einem Bild, das bei seiner Gefangennahme entstand.

Seine Fertigkeit, das Antlitz von Diktator Pol Pot zu malen, bewahrte Vann Nath vor den Killing Fields der Roten Khmer - Nun will er als Zeuge gegen seinen früheren Peiniger aussagen - Ein Porträt

Kaing Guek Eav alias Duch, derzeit in Phnom Penh vor Gericht, hatte seinen Job sorgfältig gemacht. Ganz so, wie er es gelernt hatte. Mit der Präzision des Mathematikers, der er in seinem früheren Leben war, hat er getötet und ließ töten. Nur eine Handvoll Menschen überlebte seine Herrschaft in S-21, wie das berüchtigte Tuol Sleng-Gefängnis in Phnom Penh genannt wurde. Manche Quellen sprechen von zwölf, andere von sieben Überlebenden.

Einer davon ist Vann Nath. Der heute 63-Jährige lebt als Zeichner in der kambodschanischen Hauptstadt. Und dass ihm Porträts besonders leicht von der Hand gehen, ist auch der Grund dafür, dass er als Zeuge gegen seinen Peiniger Duch aussagen kann. Vann Nath war dem Regime von Pol Pot, der nach seinem Studium an der Pariser Uni Sciences Po Jagd zurück in der kambodschanischen Heimat auf Menschenjagd ging, nützlich. Seine Malkunst rettete ihm das Leben, seine Memoiren sind eines der eindringlichsten Dokumente des Terrors der Roten Khmer, die Kambodscha von 1975 bis 1979 beherrscht haben.

Mitten in der Nacht

Am 7. Jänner 1978 wurde Vann Nath, verheiratet und Vater zweier Söhne, in seinem Heimatdorf Wat Sopee in der Provinz Battambang im Nordwesten des Landes verhaftet. Mitten in der Nacht. Ein Jahr später sollte das Regime von vietnamesischen Invasionstruppen gestürzt werden. Man warf ihm vor, ein Spion des US-Geheimdienstes CIA zu sein und die "Revolution" der Roten Khmer zu hintertreiben. Die Roten Khmer, die ihn verhafteten, waren junge Leute, in schwarze Kleidung gehüllt. Sie trugen grüne Mützen im Mao-Stil und Halstücher, so wie es die Uniform der Revolutionäre war.

Vann Nath wurde nach Wat Kandal gebracht, einem Tempel, den die Roten Khmer als Internierungslager nutzten. Und er gab zu Protokoll, Maler zu sein, eine Ausbildung zu haben, früher Kinoplakate und Porträts gemalt zu haben. Eine Woche danach lud man ihn auf die Tragfläche eines Lastwagens und brachte ihn nach Tuol Sleng, wie S-21 auch genannt wurde. „Es war die Hölle, ich kann es nicht beschreiben. Die Hoffnung, die ich anfangs noch hatte, war verschwunden." Zwei Mal am Tag gab es Nahrung, immer um acht Uhr morgens und um acht Uhr abends je zwei Esslöffel Reisbrei, kein Wasser.

Der Hunger, dem die Gefangenen von S-21 ausgesetzt waren, hatte in der Diktatur Pol Pots System. In drei Jahren, acht Monaten und zwanzig Tagen, so lange konnte sich das Regime der Roten Khmer an der Macht halten, kamen nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 1,5 und 1,7 Millionen Menschen ums Leben - beinahe ein Viertel der Bevölkerung Kambodschas. Viele wurden hingerichtet, zu Tode gefoltert oder starben durch die Zwangsarbeit auf den Feldern, mit der die Roten Khmer die Gesellschaft von Grund auf umwälzen wollten. Ein großer Teil verhungerte.

Privilegien

Nach einem Monat Haft - in einem Raum mit fünfzig anderen Gefangenen, allesamt nackt und aneinander gekettet - wurde der damals 32-Jährige Vann Nath zu Duch gebracht, dem Direktor von S-21. Er solle Porträtbilder malen, von Pol Pot, dem Führer des Demokratischen Kampuchea, wie das Regime seinen Staat 1975 zu nennen beschloss. Manche bis zu drei Meter hoch, andere kleiner, immer lächelte der Diktator wie ein gütiger Landesvater, erinnert sich Vann Nath. Er tat, wie ihm geheißen. Duch ließ ihm im Gegenzug Privilegien zukommen. Er durfte in seinem Zeichenraum schlafen, bekam mehr zu essen, war keiner Folter mehr ausgesetzt.

Und er wurde nicht, so wie geschätzte 17.000 andere Opfer von S-21, auf den "Killing Fields" der Roten Khmer per Schaufel- oder Machetenschlag getötet. Ein Jahr nach seiner Gefangenname wurde Vann Nath befreit. Auf einer Liste der Getöteten von S-21, noch von den Roten Khmer angefertigt, stand auch sein Name. Eine Notiz von Duch rettete sein Leben. Dort stand: "Behaltet den Maler." (flon/ derStandard.at, 17.2.2009)

Kommentar posten
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Stimme der Vernunft
00
30.3.2009, 16:50
Kollaborateur

Bin schon neugierig, wann das erste Posting auftaucht, das Vann Nath als Kollaborateur bezeichnet...

Ich hab mir in S-21 sein Buch gekauft. Ein Wahnsinn, was der alles erlebt und mitangesehen haben muss...

Homo homini lupus, da hilft der ganze Marxisten-Sch... nix.

junicks
00
21.2.2009, 17:21
Alexei Pavlov

eigentlich fühle ich mich "der linken" zugehörig und hinterfrage informationen, sehe mir die dinge von mehreren seiten an. wenn ich herrn pavlovs postings so lese, welche man wohl am ehesten als "von links revisionistisch" bezeichnen kann und welcher jeden kritiker als "nati" (traut sich wohl nicht die dinge beim richtigen namen zu nennen) bezeichnent, frage ich mich wirklich, was da schief gelaufen ist.

was kommt als nächstes? "katyn war ein wehrmachtsverbrechen" oder doch "es gab gar keine stalinistischen säuberungen, das ist nur imperialistische propaganda"?

manche leute merken es echt nicht, wenn sie so "links" sind, dass sie "rechts" wieder ins bild kommen ...

Mr. Hyde sen.
00
Das mit den Säuberungen kam bereits...

nur hat es derStandard wohl berechtigterweise nicht veröffentlicht.

`illtum`, dass man lechts und rinks
nicht `velwechsern` kann
ernst jandl.

Pavlov muss froh sein, dass Geschichtsleugnung nur lechts strafbar ist.

Alexei Pavlov
30

Sie luegen schon wieder!

Die meisten Deutschen,incl. die fuehrenden Politiker und Beamten,leugnen nach wie vor den deutschen Voelkermord an den Russen,Ukrainern und Weissrussen.Das ist,im Gegensatz zum Leugnen des Voelkermords an den Juden,in DE(wohl auch in AT) nicht strafbar.

Was soll daran links sein?

Der dt. Reichspraesident J. Rau behauptete Ende Juni 1999 im ZDF,Auschwitz sei von den Amis befreit worden,und begruendete damit das moralische Recht der USA,YU zu bombardieren. Es gab keine Strafe,nicht mal ein Skandal,so gross ist rassistischer Russenhass in DE. Ist Rau aus der sich des Betonkopfs wie Sie auch ein Linker?

Und nun freuen Sie sich ueber die Zensur - nachdem Sie jeden Punkt an mich verloren hatten?

Schlecher Verlierer!

Mr. Hyde sen.
00
31.3.2009, 13:29

Du solltest vielleicht lesen lernen, Alexei...

Virya
00
30.3.2009, 15:04

Wer (oder was) war im Jahre 1999 ein "dt. Reichspräsident"?

Alexei Pavlov
20
31.3.2009, 06:45

Johannes Rau

So wie Rudolf Scharping der deutsche Reichsminister fuer Frieden war.

Mr. Hyde sen.
00
Schlechter Verlierer?

Verstehe, es geht in einer Diskussion darum, zu gewinnen.

Glaub' mir, wenn ich "gewinnen" möchte, hätte ich genügend Werkzeuge, dies zu tun.

Du hast die Säuberungen Stalins in Deinen (rechtens gelöschten) Posts geleugnet.
Da kannst Du "haltet den Dieb" schreien und auf die Lechts-Lechten mit dem Finger zeigen, soviel Du willst.

Alexei Pavlov
20
22.2.2009, 08:30

Bla-bla-bla...

...und keine sachlichen Gegenargumente.

Schljapnikow der IV
01
22.2.2009, 14:23

ich warte nun schon seit einiger zeit gespannt auf antworten. da sie sich ja als der einzige, der hier inhaltich argumentiert geben, muss ich mich über die platten vorwürfe und das ausbleiben einer genauen argumentation schon sehr wundern.

Alexei Pavlov
20

Hier ist uebrigens noch eine Geschichte,die zeigt,wie Sie Natis "Beweise" fuer das "Holodomor"-Greuelmaerchen zusammenbasteln:

Am 2.3.2009,also gerade vor 1 Woche,eroeffnete der ukrainische Sicherheitsdienst ein "Holodomor-Museum" in Sevastopol. U.a. wurden da die Fotos von "Holodomor-Opfern" praesentiert.

Die Krim-Experten stellten aber schnell fest,dass es sich um eine Faelschung handelt: Von den 6 Fotos waren 3 die Fotos aus den Zeiten der Great Depression in den USA (Bundesstaaten Arkansas und Oklahoma) und 1 aus dem Jahre 1922,als die Hungernot in der Volga region ausbrach (Saratov; auf dem Foto ist auch Nansen sichtbar).

Hier ist eins der Fotos:

http://www.shorpy.com/node/2911... ment-57759

Die Blatter wie Der Standard schweigen

Alexei Pavlov
10
22.2.2009, 18:39

Antworten worauf?

Schljapnikow der IV
01
23.2.2009, 16:16

auf meine argumente. derweilen unterstellen sie mir nur thesen, die ich nicht vorgebracht habe. aber vielleicht ringen sie sich doch noch mal durch und lesen meine postings von vorne bis hinten.

Alexei Pavlov
10
23.2.2009, 20:59

Konkrete Beispiele?

gomey
03
19.2.2009, 00:37

mit welchem sinn man ein viertel der eigenen bevölkerung aurottet ist mir auch schleierhaft.
wenn ich sowas lese wird mir schlecht.

Alexei Pavlov
52
19.2.2009, 10:46

Die westlichen Demokratien haben die US-Indianer zu mehr als 90% ausgerottet: Von 1 bis 2 Mio. bei der Ankunft von Mayflower (1620) bis 100 T. Anfang des 20. Jh. (Quelle: Britannica).

Aber ich habe nie gehoert, dass Sie Natis je ueber "das verbrecherische USA-Regime" (bzw. GB-Regime) so geheult haetten wie ueber das stalinsche. Wieso?

Timagoras
 
00
20.2.2009, 15:59
"Wieso?"


das müssten Sie selbst doch am besten wissen!?

Alexei Pavlov
31
20.2.2009, 16:05

Das weiss ich auch: Die brisante Mischung aus dem krankhaften Antikommunismus und krankhaften Russenhass.

Polit-Paparazzo
00
14.11.2009, 11:12

Antikommunismus kann nie "krankhaft" sein.

Alexei Pavlov
00
24.11.2009, 12:59

Doch: Wenn er nicht auf rationalen Argumenten, sondern auf dem blinden Glauben beruht.

Gilgamesh
01
23.2.2009, 12:01

Da ist ihre Superslawenpropaganda natürlich weit aus besser...

Mein Guter, der linke Terror ist ebenso schlimm wie die Verbrechen der Nazis, dabei spielt es keine Rolle ob es Lenin, Stalin, Mao oder eine andere Kreatur dieses Packs war....
Alle zusammen mit den Nazis in einen Sack und dann mit dem Knüppel draufhauen, trifft immer den richtigen.... (Natürlich nur bildlich gemeint)


Alexei Pavlov
20
23.2.2009, 21:10

Quatsch, der linke Terror war:

- eine Groessenordnung geringer, als der von den Nazis. Die Rassisten wie Sie versuchen lediglich, die Verbrechen der Nazis mit solchen Pauschalisierungen zu relativieren;
- ist auch geringer, als der Terror der "westlichen Demokratien";
- war hauptsaechlich eine Reaktion auf die obigen Arten des Terrors bzw. die Bedrohung von denen. Schliesslich waren die ersten KZs auf dem russischen Boden nicht von Bolschewicken, sondern von den westlichen Truppen im Bezirk Archangelsk im August 1918 gegruendet.

P.S. Ich finde es bemerkenswert, dass Sie Ihren rassistischen Slawenhass auch bzgl. der Ereignisse in Kambodscha offenbaren mussten.

filippinho
01
31.3.2009, 13:24

Pavlov stoppen Sie jetzt endlich dieses peinliche "Slawen- und Russenhass"-Gequatsche. Der Kommunismus in der Sowjetunion war eine menschenverachtende Diktatur mit Millionen unschuldiger Opfer - genauso wie in China, in Kambodscha etc.etc.
Der Kommunismus hat es geschafft auch wirklich alles zu zerstören: Die Menschen, die Natur, die Kultur, die Wirtschaft.

Alexei Pavlov
10

1) Bin ich etwa nicht als Russe (d.h., aus keinem einzigen anderen Grund) in DE, AT und anderen EU-Laendern im Vergleich mit den Menschen mit "richtiger Nationalitaet", die von den in der EU herrschenden Natis als "Menschen 1. Klasse" angesehen werden, rassisch diskriminiert, zB im Bezug auf die Freizuegigkeit und Niederlassungsfreiheit? Ist die Leugnung vom Voelkermord an den Russen, Ukrainern und Weissrussen in DE/AT strafbar?

2) Die westlichen Demokratien haben mehr unschuldigen Opfer auf dem Gewissen -- und trotzdem bevorzugen Sie das "demokratische System", oder etwa nicht? Also geht Ihnen nicht um die Opfer, Sie Heuchler!

3) Die Wirtschaft und das Kulturniveau in Russland sind seit Ende 80er drastisch gesunken.

insertnamehere
 
01
20.2.2009, 16:16
In dem Fall würde auch bei Artikeln über den Mord an den nordamerikanischen Indianern reflexhaft auf die stalinistischen Verbrechen hingewiesen werden.

Was aber wohl nur absolute Vollvasen tun würden.

Des weiteren käme wohl niemand auf die Idee, den Mord an den Indianern heute noch zu verteidigen oder gar für gut zu befinden.

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