Nationalisten demonstrieren in Novi Sad

17. Februar 2009, 14:18
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Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in der Vojvodina-Hauptstadt

Belgrad - Rund 100 serbische Nationalisten haben sich am Dienstag zu einer Kundgebung gegen die Unabhängigkeit des Kosovo in Novi Sad eingefunden, der Hauptstadt der serbischen autonomen Provinz Vojvodina. Demonstranten riefen albanerfeindliche Parolen, "Ustascha, Ustascha" (Ustasa/faschistische kroatische Milizen aus dem Zweiten Weltkrieg), aber auch "Canak unters Messer". Die Nationalisten werfen Nenad Canak, Chef der Liga der Vojvodina-Sozialdemokraten, separatistische Bestrebungen vor.

Die Polizei bezog an mehreren Punkten in der Stadt Stellung. Angesichts der gewaltsamen Demonstrationen im Vorjahr seien die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen vorbeugend getroffen worden, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber B-92. Die Protestkundgebung sei nicht angemeldet gewesen. Über weitere Proteste in Serbien anlässlich des ersten Jahrestages der Kosovo-Unabhängigkeit wurde zunächst nicht berichtet.

Die weitgehende Autonomie der serbischen Provinzen Vojvodina und des Kosovo im einstigen Jugoslawien wurden 1989 von der Regierung Milosevics aufgehoben. Die Vojvodina hat mittlerweile einen Großteil ihrer ehemaligen Befugnisse zurückerhalten. Vor etwa vier Monaten erließ das Parlament in Novi Sad ein neues Statut, das jedoch noch nicht vom serbischen Parlament bestätigt wurde - eine Voraussetzung für das Inkrafttreten. Das Statut sieht unter anderem die Errichtung von Provinzvertretungen in den Regionen Europas und in Brüssel vor. Nationalistische Kreise sprachen von "Sezessionsbestrebungen".

Der Kosovo hatte vor einem Jahr einseitig die Unabhängigkeit ausgerufen und wurde bisher von 54 der insgesamt 192 UNO-Staaten, darunter Österreich, anerkannt. (APA)

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