58-jährige Lehrerin in U-Haft

17. Februar 2009, 13:54
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Seit Jahren soll die Schweizerin den Mann schon mit Liebesbeteuerungen verfolgen

Jene 58-jährige Schweizerin, die seit Jahren einen Wiener Priester stalkt, sitzt seit vier Wochen in der Bundeshauptstadt in U-Haft. Ihre Anwältin Astrid Wagner bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht des Online-Magazins "Blaulicht und Graulicht". Die Frau war am 9. Jänner neuerlich in der Pfarre des Gottesmannes erschienen, worauf das Straflandesgericht einen Haftbefehl erließ. Dieser wurde Ende Jänner vollzogen, als die Lehrerin erneut nach Wien gereist war.

Im vergangenen Dezember hätte sich die Frau wegen beharrlicher Verfolgung des Pfarrers im Grauen Haus zu verantworten gehabt. Seit Jahren soll sie die Lebensführung des Priesters auf unzumutbare Weise beeinträchtigen, indem sie ihm Hunderte Liebesbriefe schreibt, ihn in der Pfarre "belagert", mit Geschenken überhäuft und seine Gottesdienste stört. Während einer Heiligen Messe soll sie sich einmal an seinem Messgewand festgekrallt haben. Im Beichtstuhl soll es sogar zu einem "Annäherungsversuch" gekommen sein.

Verhandlung ferngeblieben

Der Verhandlung vor dem irdischen Gericht war die Frau allerdings unentschuldigt ferngeblieben. "Sie hatte sich damals an der Hand verletzt", erläuterte nun ihre Anwältin, die versicherte, die Schweizerin wäre nur kurze Zeit danach nur deshalb nach Wien gekommen, um in der Kirche des betroffenen Priesters zu beten.

"Ich halte die U-Haft nicht unbedingt für angemessen. Meine Mandantin ist eigentlich nicht gefährlich, allenfalls lästig", betonte die Verteidigerin. Die Frau sei "eine gepflegte Dame, eine intelligente Person. Sie ist eine Lehrerin und wirkt auch so", sagte Wagner.

Die psychiatrische Sachverständige Sigrun Rossmanith soll nun klären, ob die 58-Jährige zurechnungsfähig ist. Bis zur nächsten Verhandlung am 6. März soll das Gutachten vorliegen, hieß es seitens des Straflandesgerichts. Sollte die Zurechnungsfähigkeit bejaht werden, drohen der Frau bis zu zwölf Monate Haft.

Ihre Rechtsvertreterin ist überzeugt, dass eine Inhaftierung in diesem Fall nicht mehr notwendig ist: "Sie hat eingesehen und verstanden, dass ihr Verhalten nicht erwünscht ist. Sie hat sicherlich kapiert, dass der Herr Pfarrer das keinesfalls will. Sie wird das nicht mehr machen." (APA)

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