Krebsdiagnosen ohne Zeitverlust

17. Februar 2009, 13:49
posten

Verdächtiges Gewebe wird in Innsbruck mittels endobronchialem Ultraschall punktiert - Betrachtung unter dem "Online-Mikroskop"

Innsbruck  - Erstmals in Österreich bietet das Landeskrankenhaus Natters bei Innsbruck eine Kombination von Untersuchungsmethoden an, die für die Patienten deutlich weniger belastend sein soll. Das am Dienstag präsentierte "Gesamtpaket" umfasst eine Untersuchung der Bronchien mit dem neuen Endobronchialer Ultraschall und ein "Online-Mikroskop" mit Datenleitung zu einer Pathologie.

Bronchoskop zur besseren Ortung von Lymphknoten

Konkret handelt es sich beim EBUS um ein Bronchoskop, also eine Glasfaseroptik zur Untersuchung der Lunge, an dessen Spitze sich ein winziger Schallkopf befindet. Das so erzeugte Ultraschallbild ermöglicht den Medizinern eine ganz genaue Ortung der Lymphknoten entlang der Bronchien. Durch das selbe Gerät kann dann eine Nadel eingeführt und aus den Knoten eine Probe entnommen werden. Früher musste diese Punktion im "Blindflug" erfolgen, oder eine Operation durchgeführt werden.

Hohe Trefferquote bei Punktion

"Mit dem Endobronchialen Ultraschall erhöht sich die Patientensicherheit und die Trefferquote bei der Untersuchung drastisch", erklärte Martin Hackl, Leiter der Endoskopie an der pneumologischen Abteilung des Landeskrankenhauses Natters: "Wir können die für die Krebs-Untersuchung wichtigen Lymphknoten jetzt zielsicher erreichen, ohne Gefahr zu laufen Gefäße zu verletzen. Den PatientInnen wird außerdem ein Eingriff erspart. Das ist ein Meilenstein in den letzten zehn Jahren Bronchoskopie".

Diagnosen ohne Zeitverlust

Proben aus den Lymphknoten, die mit Hilfe des EBUS gewonnen wurden können im Landeskrankenhaus Natters dank des neuen "Online-Mikroskops" jetzt ohne Zeitverlust untersucht werden. Das Mikroskop ist über eine datensichere Leitung mit einem Pathologen oder einer Pathologin verbunden, der bzw. die sich die Zellbefunde in Echtzeit ansehen und noch während der Untersuchung eine Diagnose stellen kann. Früher mussten Patienten oft bis zu einer Woche auf ein Ergebnis warten. (APA/red)

Share if you care.