Habenwollen

    17. Februar 2009, 13:16
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    Zurück in die Kinderzeit

    Warum sie das tun, ist schwer zu sagen, aber Erwachsene sprechen manchmal wie Kinder (oder sprechen so, wie sich Erwachsene vorstellen, dass Kinder sprechen). Manchmal sagen sie "Tut leid", manchmal sagen sie "Essi", und neuerdings sagen sie auch ziemlich häufig "Habenwollen". Verwendet wird "Habenwollen", wenn man in einem Dialog ausdrücken will, dass man eine bestimmte Sache gerne besitzen möchte, also etwa: "Der XY hat eine Dachgeschoßwohnung in Hietzing gekauft". "Ich auch habenwollen". Oder: "Der Z verkauft seinen Porsche". "Habenwollen!"

    Küchenpsychologisch kann man solche Ausflüge ins Kleinkindalter vielleicht als wohltuende Regressionen deuten, nach denen die Psyche vor allem in harten Krisenzeiten zu begehren scheint. Gesetzt den Fall, dass die p.t. Leser ebenfalls das Gelüst verspüren, sprachlich in ihre süßen Kindheitstage zurück zu tauchen: In diesem Forum müssen sie sich keinen Zwang antun.

     

    Von Christoph Winder

    Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
    Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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