Eine Kuh sucht ihren Schatz

17. Februar 2009, 12:50
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Bunte, schrille Bauernhofwelt mit kurze Texten und Liebe zum Detail

Das Tierreich ist ein unschätzbarer Fundus für Titelhelden von Kindergeschichten. Katze, Hund, Tiger, Dachs oder Frosch - jedes Tier scheint geeignet. Alexander Steffensmeier hat sich für eine Kuh entschieden. Längst ist sie zum Serienstar geworden. Lieselotte sucht einen Schatz heißt sein neues Bilderbuch für Kinder ab dem vierten Lebensjahr. Lieselotte, die Kuh, ist scheckig, ein besonders runder Fleck umschließt das linke Auge. Und sie sieht, man muss es einfach sagen, manchmal ziemlich blöd drein. Dass sie mit anderen Tieren auf einem Bauernhof lebt, ist logisch. Mit denen geht Lieselotte dann auch auf die Schatzsuche, nachdem sie in der Post ein Stück Karton mit seltsamen Zeichen entdeckt.

Steffensmeier hat eine bunte, schrille Bauernhofwelt gemalt. Die kurzen Texte verführen zum schnellen Umblättern. Ein Fehler, denn so können kleine Details leicht übersehen werden: etwa ein Zebra, das "miniklein" in ein Bild hineingeschmuggelt wurde. Oder die U-Bahn-Station, die ganz unauffällig in die Gemüsegartenlandschaft ein paar Seiten später eingezeichnet ist. Das ist auch die Stärke dieses Buches. Wie bei einem Wimmelbuch, einem Suchbild, sollte die Leserschaft die Seiten kontrollieren. Da stört auch nicht, dass das Ende der Geschichte ein bisschen zu abrupt daherkommt. Der Hinweis, dass Lieselotte schlussendlich keine Reichtümer finden wird, findet sich übrigens schon auf der ersten Doppelseite. Eines ist sicher: Weintrinker werden ihn sofort entdecken. (Peter Mayr/DER STANDARD-Printausgabe, 14.2.2009)

Alexander Steffensmeier
"Lieselotte sucht einen Schatz"
14,30 €, 32 Seiten
Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2009

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