Deutscher Innenminister Schäuble: Cyberattacken eine der größten Gefahren der Zukunft

17. Februar 2009, 12:19
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Der Cyberwar zähle zu den wichtigsten Mitteln moderner Kriegführung, warnte der CDU-Politiker

Angriffe auf die internationalen Computersysteme sind nach Einschätzung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble eine der größten Bedrohungen der Zukunft. Der Cyberwar zähle zu den wichtigsten Mitteln moderner Kriegführung, warnte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. Dabei könnten die zunehmend weltweit vernetzten Computersysteme nicht nur lahmgelegt, sondern auch manipuliert werden. Auch Extremisten könnten die große Abhängigkeit der Industriestaaten von der Informationstechnologie für Anschläge ausnutzen.

Fähigkeiten

US-Experten gingen allerdings davon aus, dass private Organisationen bis hin zur radikal-islamischen Al-Kaida noch nicht über die Fähigkeit zu einem wirklichen Cyberwar verfügten, sagte Schäuble. Nur einige Staaten könnten danach bisher eine solch massive Attacken starten, aber auch abwehren. Auch der Großteil der Bürger nehme die neue Bedrohung nicht ausreichend wahr, sondern halte das Thema für reine Science Fiction.

Angriff auf Estland

Dabei habe es mit dem Angriff auf Estland im Frühjahr 2007 längst den ersten Cyberkrieg gegeben, erinnerte Schäuble. Damals seien die Online-Systeme des Landes derart massiv attackiert worden, dass die größte estnische Bank den internationalen Zahlungsverkehr zwei Tage lang einstellen musste. Auch Krankenhäuser und Energieversorger seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Schäden durch solch eine Attacke könnten größer sein als nach den Anschlägen vom 11. September 2001, warnte Schäuble. Die Deutsche Bank etwa gehe davon aus, dass ein Angriff auf das Rechenzentrum einer Großbank einen vielfach größeren Schaden anrichten würde. (Reuters)

 

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