Porsche spart - und fängt bei den Emissionen an

17. Februar 2009, 16:50
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Porsche Cayenne Diesel: Sag niemals nie. Die Aussagen dazu, ob Porsche einen Diesel baut - bzw. selber baut - oder nicht, haben sich gewandelt

Porsche und Diesel ist eine gar nicht so neue Kombination. Mitte des letzten Jahrhunderts hatte das Unternehmen eine "Porsche-Diesel Motorenbau GmbH". Sie stellte die Dieselmotoren für die Porsche-Traktoren her. Diese Traktorenproduktion wurde aber 1962 von MAN übernommen.

Dennoch: "Porsche wird nie einen Diesel verbauen", dröhnte es noch vergangenes Jahr von Zuffenhausen in die ganze Welt. In Stuttgart, bei der Präsentation des neuen Cayenne Diesel, wird daraus ein: "Porsche wird nie selbst einen Diesel bauen. Zumindest ist es jetzt nicht geplant."

Warum Porsche den Cayenne nun mit dem 3,0-Liter-V6-Selbstzünder von Audi und VW ausrüstet, ist schnell erklärt: Auf der einen Seite kommt der 240 PS starke Diesel mit 9,3 l/100 km aus. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 244 g/km und ist den Kunden eine ordentliche Argumentationshilfe bei "Böser SUV!"-Angriffen.

Andererseits spricht die Marktforschung deutlich für den Diesel: 2008 wurden in Österreich 260 Cayenne zugelassen. Das ist ein Anteil von 38,7 Prozent am Porsche-Jahresabsatz (48 Prozent sind's international). Und zuletzt lag der Marktanteil von Dieselmotoren bei SUVs bei 77 Prozent. Porsche zählt also eins und eins zusammen: Zwischen 5000 und 8000 verkaufte Porsche Cayenne Diesel sollen es nächstes Jahr werden.

Einsteigermodell

Der Cayenne Diesel ist als Einsteigermodell konzipiert: Das hohe Drehmoment von 550 Nm hat mit den fast 2,3 Tonnen des Cayenne leichtes Spiel – nur der Cayenne Turbo hat mit 700 Nm mehr Drehmoment. Betrachtet man die Leistung (240 PS) und die Höchstgeschwindigkeit (214 km/h), schließt der Diesel die Cayenne-Palette aber nach unten ab.

Verkraftbare Zugeständnisse an 28 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch und 21 Prozent weniger CO2-Emissionen im Vergleich zum V6-Benziner.

Porsche wird also sparsamer und klopft den Kundenkreis in Richtung sparsame Antriebe ab.

Für 2010 ist der Cayenne Hybrid angekündigt. Den Panamera möchte Porsche noch nicht mit einem Selbstzünder ausrüsten. Die Stuttgarter warten ab, wie der Cayenne Diesel aufgenommen wird.

Für Porsche-Puristen wird der Diesel nur ein weiterer Traktor sein, auch wenn Porsche ordentlich an der Akustik feilte. In Wirklichkeit ist der Cayenne Diesel aber sparsamer Großraum-Sportler. (Guido Gluschitsch/DER STANDARD/Automobil/13.2.2009)

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Porsche

  • Vor dem ersten Hybriden bringt Porsche den Cayenne mit bewährter Spartechnik: Diesel holt 550 Nm und 240 PS aus 3,0 Liter.
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    Vor dem ersten Hybriden bringt Porsche den Cayenne mit bewährter Spartechnik: Diesel holt 550 Nm und 240 PS aus 3,0 Liter.

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  • Der 3,0-Liter-Diesel wird von Audi zugeliefert. Er soll den Spritverbrauch auf 9,3 Liter pro 100 km senken.
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    Der 3,0-Liter-Diesel wird von Audi zugeliefert. Er soll den Spritverbrauch auf 9,3 Liter pro 100 km senken.

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