Länder diskutieren Einstieg bei Opel

17. Februar 2009, 09:56
posten

Eine Zukunft ohne den US-Mutterkonzern General Motors scheint die einzige Perspektive für den Autobauer

Düsseldorf/Berlin - Die deutschen Landesregierungen der Opel-Standorte diskutieren angesichts der existenzbedrohenden Lage des Mutterkonzerns GM über eine Beteiligung an den deutschen Opel-Werken. Es habe bereits mehrere Gespräche zwischen den Ländern unter Beteiligung der Bundesregierung gegeben, verlautete am Montag aus Regierungskreisen Nordrhein-Westfalens. Dabei sollen alle Möglichkeiten der Hilfe erwogen worden sein - einschließlich von Landesbeteiligungen zur Verbesserung der Eigenkapitalbasis von Opel. Allerdings würden mildere Optionen wie die seit Monaten ins Auge gefassten Staatsbürgschaften bevorzugt.

Unterdessen kündigte der deutsche Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier an, "alle Optionen" zu prüfen. Es könne nicht sein, dass die deutschen Opel-Standorte, die gut im Rennen seien, "unter den Fehlern des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors leiden".

Die "Westdeutschen Allgemeine Zeitung" (WAZ/Montag) hatte berichtet, die Landesregierungen arbeiteten an einem Modell zur Herauslösung der Opel-Werke aus dem angeschlagenen US-Konzern General Motors (GM). Dabei spielten auch Überlegungen zu Landesbeteiligungen an Opel eine Rolle, die allerdings von der in Nordrhein-Westfalen mitregierenden FDP abgelehnt würden.

Die Opel-Mutter GM braucht laut einem Zeitungsbericht in den USA dringend neue Hilfen von rund 5 Mrd. Dollar (3,9 Mrd. Euro). Morgen, Dienstag, muss GM in Washington ein straffes Sanierungsprogramm voraussichtlich mit Personalabbau und Werksschließungen präsentieren, um neue Staatsmittel zu bekommen.

Vier Werke

In Deutschland beschäftigt Opel rund 26.000 Menschen in vier Werken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. Auch in Österreich produziert die Opel-Mutter GM (Powertrain-Werk in Wien-Aspern, wo kurzgearbeitet wird).

Rettungsgespräche für Opel mit den Ministerpräsidenten von Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie Thüringens Wirtschaftsminister hatte es vergangenen Freitag in Berlin auf Bundesebene gegeben. Dabei sei es auch um das technische Problem gegangen, dass Opel als hundertprozentige GM-Tochter gar nicht kapitalmarktfähig und damit auch für mögliche staatliche Finanzhilfen nicht erreichbar ist.

"Opel hat als Teil des General-Motors-Konzerns nicht einmal ein eigenes Konto, auf das man Geld überweisen könnte, wenn man wollte", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" am Wochenende aus Verhandlungskreisen. Opel-Betriebsräte treten angesichts der aktuellen Krise schon länger für eine Herauslösung und Teilverstaatlichung des Unternehmens ein. Diese Option wird von GM angesichts der engen Verflechtungen im Konzern aber als indiskutabel betrachtet. (APA/dpa/AP)

Share if you care.