Wien schnürt Millionen-Paket

17. Februar 2009, 09:15
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Die Bundeshauptstadt macht heuer zehn Millionen zusätzlich zum regulären Budget für den Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds locker

Wien - Die weltweite Konjunkturkrise wirkt sich auch negativ auf die Beschäftigungsquote aus: Deshalb macht die Bundeshauptstadt heuer etwa zehn Mio. Euro zusätzlich zum regulären Budget (58 Mio. Euro) für den Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds (WAFF) locker. Mehr als die Hälfte der Mittel, nämlich rund 5,5 Mio. Euro, sollen in den Bereich Jugend fließen, kündigten Sozialminister Rudolf Hundsdorfer und Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner (beide S) am Montagabend vor Journalisten an.

Zum einen soll das Geld in den Ausbau der überbetrieblichen Lehrausbildung fließen. Dort können all jene Jugendlichen, die in einem regulären Betrieb keine Lehrstelle finden können, ihre gesamte Ausbildung in einer Lehrwerkstätte absolvieren. Insgesamt 550.000 Euro stellt die Gemeinde für diesen Sektor zur Verfügung, um das Angebot um 250 auf 3.750 Plätze aufzustocken.

Weitere 2,7 Mio. Euro fließen in die Initiative "Meine Chance", die eine Art Arbeitsstiftung für Jugendliche darstelle, so Hundsdorfer. Dieses Weiterbildungsangebot richtet sich speziell an Erwerbslose zwischen 18 und 25 Jahren. Nach einer Orientierungsphase durchlaufen die Teilnehmer verschiedene Ausbildungsschritte und Praktika, bevor sie dann aktiv bei der Jobsuche unterstützt werden sollen. Im Gegensatz zu regulären Stiftungen muss hier allerdings kein Arbeitgeberbeitrag entrichtet werden.

"Ausgrenzungsgefährdete Jugendliche"

Noch im Entwicklungsstadium befindet sich hingegen ein "Übergangsmanagement für ausgrenzungsgefährdete Jugendliche", für das rund 2,3 Mio. Euro reserviert werden. Diese Maßnahme soll vor allem jene jungen Menschen auffangen, für die ein hohes Risiko besteh, dauerhaft aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzt zu werden - beispielsweise Schulabbrecher. Hier gelte es vor allem, sehr niederschwellig anzusetzen, hieß es.

Enthalten im Zehn-Millionen-Paket ist auch der Ausbau von Arbeitsstiftungen für knapp 3,5 Mio. Euro zusätzlich. Da diese üblicherweise vorrangig von großen Industrieunternehmen in Anspruch genommen werden, sollen nun mit 350 neuen Stiftungsplätzen besonders Klein- und Mittelbetriebe forciert werden. So müssen finanzschwache Firmen künftig nicht mehr den vollen Stiftungsbeitrag zahlen.

Neu ist auch die "Bildungskarenz plus". Sie soll jene Unternehmer unterstützen, die konjunkturell bedingt kurzfristige Auftragsrückgänge verzeichnen. Schicken diese einen Arbeitnehmer auf Weiterbildung, werden 50 Prozent der externen Schulungskosten des Betriebs vom WAFF zugeschossen, allerdings mit einem Limit von 3.000 Euro pro Mitarbeiter bzw. 100.000 Euro je Unternehmen.

Das AMS unterstützt das Wiener Maßnahmenbündel mit 23 Mio. Euro. Rund 2.500 Menschen soll das Paket zugutekommen.(APA)

 

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