Massiver Passagier­rückgang im Jänner

17. Februar 2009, 18:03
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13 Prozent weniger Fluggäste transportierte die Airline im Jänner, besonders die Langstrecke hat gelitten, Nürnberg, Ankara, Nizhniy Novgorod werden gestrichen

Wien - Die AUA hat im Jänner mit 632.000 um 13 Prozent weniger Passagiere befördert als im Jänner 2007. Es war der bisher größte Rückgang der vergangenen Monate. Die AUA liegt damit deutlich über der benachbarten Konkurrenz. Zum Vergleich: Bei der Lufthansa sank die Passagierzahl zu Jahresbeginn um 6,7 Prozent. Wobei ihre Tochter Swiss mit plus 4,4 Prozent den Schnitt der Deutschen deutlich nach unten drückte. Ohne der Swiss hätte die Lufthansa einen Rückgang um 9,3 Prozent erzielt. Air France-KLM beförderten zum Jahresbeginn um 6,1 Prozent weniger Passagiere.

Besonders krass war das Minus bei der AUA auf der Langstrecke (minus 19 Prozent). Auch die Auslastung ging auf 65,4 Prozent zurück. Per Anfang März wird nun auch Nürnberg, Ankara und Nizhniy Novgorod aus dem Programm genommen und damit die Kapazität in Summe heuer um zehn Prozent reduziert. Weitere Frequenzausdünnungen sind geplant. Offiziell heißt es immer noch, es werde keine Kündigungen geben. Experten bezweifeln das. Allerdings sei das auch eine Frage des Geldes, wird betont, denn Sozialpläne kosten viel Geld.

Der AUA-Vorstand glaubt bis zum Einstieg der Lufthansa mit den 200 Mio. Euro-Notkredit des Staates das Auslangen zu finden. So wie es jetzt ausschaut, dürfte das nicht Fall sein, heißt es. Sollte die AUA also zusätzliches Geld brauchen, müsste der Staat diesen Kreditrahmen aufstocken.

Hoffnung für SkyEurope

Einen Hoffnungsschimmer gibt es auch wieder für den hoch verschuldete Billigflieger SkyEurope. Der Hauptaktionär York hat wieder einmal einen Zahlungsaufschub für zwei Überbrückungskredite in Höhe von insgesamt 25 Mio. Euro gewährt. Die beiden Darlehen sind jetzt am 15. März fällig.

Die Analysten von Goldman Sachs haben in ihrer Ersteinschätzung die Flughafen Wien-Aktien mit dem Anlagevotum sell bewertet und in ihre "Conviction Sell List" aufgenommen. Das Kursziel wird bei 21 Euro gesehen. JP Morgan haben ihre Anlageempfehlung von neutral auf "Underweight" gesenkt. Das Kursziel wurde von 35,60 auf 25,40 Euro nach unten revidiert. (cr, DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2009)

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