Lawinengefahr steigt

17. Februar 2009, 08:16
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Tirol, Salzburg und Oberösterreich warnen - Experten sprechen von "heikler" Situation - Vorsicht vor allem an Steilhängen geboten

Innsbruck - In Tirol ist am Dienstag durch den erwarteten Neuschnee im Tagesverlauf mit einem Anstieg der Lawinengefahr gerechnet worden. Die Situation sei "heikel", erklärten die Experten des Lawinenwarndienstes, die Gefahr verbreitet erheblich.

In den neuschneereichen Gebieten entlang der Nordalpen könne die Gefahr am Nachmittag auch die Stufe "groß" erreichen. Gefahrenstellen befanden sich in steilen Hängen aller Expositionen, hauptsächlich oberhalb von etwa 1.800 Metern.

Eine Lawinenauslösung sei bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich, wobei sich die Situation im Laufe des Tages noch zuspitze. Skitouren und Variantenfahrten abseits der gesicherten Pisten würden Erfahrung brauchen, die Tourenmöglichkeiten seien eingeschränkt. Im Tagesverlauf steige zudem die Gefahr durch Selbstauslösungen von Lawinen. Diese könnten dann auch exponierte Verkehrswege und Hüttenzustiege gefährden.

Gefahrenstufe 4 in Salzburg

Die Lawinengefahr ist am Dienstag auch in den meisten Teilen im Bundesland Salzburg - im Norden, den Pinzgauer Grasbergen und in den Tauern - groß (Stufe 4). Im südlichen Lungau ist die Gefährdung anfangs mäßig (Stufe 2) und steigt im Tagesverlauf mit Schneeschauern und Nordwind auf erheblich (Stufe 3) an. In Steilhängen ist bereits bei geringer Zusatzbelastung eine Auslösung von Schneebrettern wahrscheinlich, so die Lawinenwarnzentrale des Amtes der Landesregierung.

In den neuschneereichen Gebirgsgruppen sind zahlreiche spontane Lawinenabgänge mittlerer - vereinzelt auch größeren Umfangs - möglich. Die Unterlage für die teilweise kompakte Neuschneeauflage besteht aus dem noch sehr kalten und weichen Schneefall der letzten Woche. Die Störanfälligkeit der Neuschneeschicht ist daher heute sehr hoch.

Insgesamt bleibt die Lawinensituation weiterhin kritisch. Der Schneefall hört zwar auf, aber die Kälte konserviert nur vorerst die Störanfälligkeit. Die Lawinengefahr bleibt am Mittwoch wahrscheinlich noch verbreitet auf Gefahrenstufe 4 (groß) und geht ab Donnerstag auf Gefahrenstufe 3 (erheblich) zurück.

"Erhebliche Gefahr" in Oberösterreich

Nach den neuerlichen Schneefällen wurde die Lawinengefahr in Oberösterreich am Dienstag als erheblich eingestuft. Über 1.400 Meter Höhe sei die Gefahr groß, so der Warndienst des Landes. Wegen der tiefen Temperaturen bleibe die Situation weiter angespannt.

Der Landeswarndienst berichtete von ungünstigen Verhältnissen, es brauche viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung. Eine Auslösung von Schneebrettlawinen sei bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich oder sogar wahrscheinlich. Vor allem durch den erwarteten Neuschneezuwachs von bis zu 50 Zentimetern am Dienstag steige die Gefahr von Selbstauslösungen von mittleren und teils auch großen Lawinen aus lockerem Schnee in steilen Bereichen an.

In den vergangenen 24 Stunden habe es bereits 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee gegeben, hieß es weiter. Dieser sei durch starken bis stürmischen Wind um West bis Nordwest verfrachtet worden. Vor allem ab den mittleren Lagen sei die Schneedecke stark vom Wind beeinflusst, unregelmäßig verteilt und durch eingelagerte labile Schichten geschwächt, ansonsten locker und pulvrig. (APA)

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