Mitterrand-Sohn erklärte sich in Waffenhandel-Prozess für unschuldig

16. Februar 2009, 18:26
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"Kann keine Reue zeigen für etwas, von dem ich nichts wusste"

Paris - Der Sohn des früheren französischen Präsidenten François Mitterrand hat sich im Prozess um illegale Waffengeschäfte mit Angola für unschuldig erklärt. "Ich kann keine Reue zeigen für etwas, von dem ich nichts wusste", sagte Jean-Christophe Mitterrand am Montag in Paris.

Sein Anwalt betonte, Mitterrand junior habe dem ebenfalls angeklagten französischen Geschäftsmann Pierre Falcone lediglich mit seinen Afrika-Kontakten geholfen. Er habe nicht wissen können, dass es sich um illegale Geschäfte gehandelt habe. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft für Mitterrand und sechs Jahre für Falcone gefordert.

Zu den insgesamt 42 Angeklagten zählt auch der ehemalige Innenminister Charles Pasqua. Ihnen wird vorgeworfen, in den 90er Jahren an illegalen Waffengeschäften im Umfang von 790 Millionen Dollar mit Angola beteiligt gewesen zu sein. Dabei sollen zahlreiche Schmiergelder geflossen sein. Die Vereinten Nationen hatten während des Bürgerkriegs ein Waffenembargo gegen Angola verhängt. Während des fast drei Jahrzehnte dauernden Kriegs wurden Hunderttausende von Angolanern getötet, mussten fliehen oder wurden durch Minen verstümmelt. Das Urteil wird im Herbst erwartet. (APA/dpa)

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