Entsetzen über "Neger" im Skriptum von Maturaschule

16. Februar 2009, 18:16
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Behörden kontrollieren Inhalte von Humboldt nicht

Das Geschichte-Skriptum hat es in sich, vor allem beim Kapitel zum Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten. Der Ausgang der Sezessionskriege wird in der Unterlage so zusammengefasst: "Eine Seeblockade hatte den Süden wirtschaftlich getroffen, der Norden hatte überdies die Möglichkeit, immer wieder neue Soldaten zu rekrutieren (...). Die Sklaverei wurde verboten und die Neger erhielten das Bürgerrecht".

An dieser Stelle könnte einer stutzig werden - möchte man meinen. Doch im Geschichte-Skriptum der Humboldt-Maturaschule "HAK-Geschichte IV" kommt das Wort "Neger" unkommentiert und offenbar unbemerkt vor - bis ein Schüler dem STANDARD seine Lernunterlage zukommen ließ.

Weiter heißt es: "Der Haß der Weißen wurde noch geschürt; z.B. Ku Klux Klan - Geheimbund gegen die Neger." Eva Braunstein, Leiterin des Humboldt-Instituts in Wien, reagiert entsetzt: "Das ist nicht in unserem Sinn, das werden wir sofort ändern." Dass die politisch inkorrekte Bezeichnung durchgehen konnte, kann sie sich nur damit erklären, dass nicht alle der 2000 Skripten genau durchgesehen werden können. Braunstein hat nach dem STANDARD-Gespräch ein weiteres Skriptum, von einem anderen Autor, aus dem Verkehr gezogen. Die letzte Änderung erfolgte 2002. Eine Kontrolle der Skripten durch den Stadtschulrat erfolgt nicht. Nur die Maturaprüfung werde abgenommen, heißt es im Bildungsministerium. (Marijana Miljkoviæ/DER STANDARD-Printausgabe, 17.2.2009)

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