Deutscher Hörbuchpreis 2009 für Schauspieler Manfred Zapatka

16. Februar 2009, 18:06
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Theater- und Fernsehschauspieler wird als "Bester Interpret" für Homers "Ilias" geehrt - Verleihung am 15. März

Der Deutsche Hörbuchpreis in der Kategorie "Bester Interpret" geht in diesem Jahr an den deutschen Theater- und Fernsehschauspieler Manfred Zapatka für seine Sprecherleistung in Homers "Ilias". Seine vielseitige Stimme beschere dem Hörer rund zwanzig Stunden lang epische Intensität, befand die Jury. Zapatka ist der einzige Sprecher der Produktion und übernimmt Hunderte verschiedener Rollen in dem 2.500 Jahre alten Schlachtenepos. "Ich war überrascht, wie modern dieser Mann geschrieben hat", sagte Zapatka der Deutschen Presse-Agentur dpa. Als "Beste Interpretin" wird die Schauspielerin Irm Hermann für ihre Rolle in Werner Fritschs "Enigma Emmy Göring" geehrt, wie die Jury bereits in der vergangenen Woche bekanntgegeben hatte.

Als "Beste Fiktion" wird Sven Strickers Hörstück "Herr Lehmann" nach dem gleichnamigem Roman von Sven Regener ausgezeichnet. Die Jury sah darin ein mitreißendes Hörstück und würdigte vor allem die Leistung der Sprecher Florian von Manteuffel (Erzähler) und Florian Lukas (Herr Lehmann).

Der Preis in der Sparte "Beste Information" geht an Maximilian Schönherr für "Die Stammheim-Bänder". Die Auswahl aus 21 wiederentdeckten Tonbändern gebe Einblick in den Stammheimer Prozess gegen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe.

Für die beste verlegerische Leistung wurden Till Tolkemitt vom Verlag Zweitausendeins sowie Robert Galitz und Kurt Kreiler vom mOcean O-TonVerlag geehrt. Ihre Edition Zweitausendeins Dokument nimmt nach Einschätzung der Jury den Begriff des Hörbuchs wörtlich: Die Bände böten eine "bibliophile Anmutung mit herausragenden Begleitmaterialien". Dadurch würden sie zu Büchern, in deren Zentrum zwar die CD stehe, die jedoch als Buch ihr Recht behielten.

Der Deutsche Hörbuchpreis zeichnet die besten und innovativsten Hörbücher eines Erscheinungsjahres aus und ist mit insgesamt 23.331 Euro dotiert. Gestiftet wird er vom Nachrichtenmagazin FOCUS, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Kölner Literaturfest Lit.Cologne und dem Westdeutschen Rundfunk. Die Verleihungsgala findet am 15. März während der Lit.Cologne im WDR-Funkhaus Köln statt. (APA/dpa)

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