Langsame Annäherung

16. Februar 2009, 17:56
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Problem soll durch Vergleichszahlung bereinigt werden

Wien - Die Auffassungsunterschiede zwischen Immofinanz-Tochter Immoeast und niederländischer Constantia Packaging B.V. (rund um Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac) wegen der so genannten Ibag-Anleihe (512 Mio. Euro; die Immoeast will sie der Ibag überwiesen haben, deren Organe wollen von einer Anleihe nichts wissen) werden langsam, aber sicher aus dem Weg geräumt.

Detail am Rande: Begünstigte der liechtensteinischen Stiftungen Camilla und Stephanie (ihnen gehört die Ibag) sind zwei Schweizer Bergdörfer.

Die niederländische B.V. hat Garantien (exakterweise handelt es sich um das Anbot auf Forderungsankauf) für die Anleihe übernommen. Constantia B.V. stellt die nun aber in Frage, weil das Grundgeschäft (eben die Anleihe) nicht existiere. Laut der Gegenseite habe aber die B.V. von den Immoeast-Ibag-Geldgeschäften gewusst und die entsprechenden Konstruktionen mitgetragen.

Vergleichsgespräche wurden also geführt, und, wie aus dem Constantia-Umfeld zu hören ist, steigen die Chancen auf eine außergerichtliche Einigung. Die Constantia Packaging B.V. (ihr gehört die Mehrheit des Packaging Konzerns) habe zu Beginn der Verhandlungen Beträge in der Höhe von rund 150 Mio. Euro geboten, was Insider für "inakzeptabel" hielten. In den vergangenen Wochen seine Annäherungsschritte erfolgt, 350 Mio. Euro seien inGriffweite, heißt es.

Um Kompromisse gerungen wird aber auch zwischen Immofinanz-Gruppe und Constantia Privatbank (CPAG; gehört seit kurzem den fünf Großbanken). Wie berichtet geht es um die Ablöse der Managementverträge. In der Bank sind, so berichtete Bankchef Andreas Grünbichler vor kurzem, rund 140 Mitarbeiter mit dem Management der beiden Immobiliengesellschaften beschäftigt, weitere hundert in Tochtergesellschaften, dazu kämen noch rund 140 Banker.

Nun soll das Immo-Management aus der CPAG in die Immogesellschaften wandern, im Oktober war in dem Zusammenhang noch von einem von einem Wert von 340 Mio. Euro die Rede. Inzwischen tendiert der Wert laut Immofinanz-Finanzchef Eduard Zehetner "gegen null".
Gerüchte im Markt, wonach die Immo-Gesellschaften bestimmte Fees für die Managementleistungen durch die Bankmitarbeiter nun gestoppt haben und somit denDruck auf die Bank erhöhen, werden von der CPAG dementiert. Derzeit, so heißt es, gebe es keine fälligen Zahlungen. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.02.2009)

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