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Geliebter Landesvater: Jörg Haider. Selbst nach seinem Tod dominiert er den Kärntner Wahlkampf.

Ticken die Kärntner anders? Ottomeyer sagt ja.
Über der Kärntner Landtagswahl am 1. März schwebt ein toter Landesvater. Mit dem Soziopsychologen Klaus Ottomeyer, der die kärntnerische Seele studiert, sprach Josef
Kirchengast.
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Standard: Salopp gefragt: Ticken die Kärntner anders als der Rest Österreichs?
Ottomeyer: Salopp geantwortet: Ja.
Standard: Gibt es also so etwas wie eine nationale oder ethnische Gruppenpsyche - und wie äußert sie sich im Falle Kärntens?
Ottomeyer: Die gibt es. In Kärnten äußert sie sich zum Beispiel in traumatischen Erinnerungen, die herauswollen und gleichzeitig verdrängt und niedergehalten werden. Das liegt zwei, drei Generationen zurück und arbeitet in vielen Kärntner Familien. Das hat vor allem mit den Kämpfen im Zweiten Weltkrieg zu tun - Partisanenwiderstand, Verschleppungen, Verfolgungen, Ermordungen in slowenischen Familien, aber natürlich auch auf der sogenannten deutschen Seite.
Das ist unabgeschlossen und brodelt und wird immer wieder benutzt, damit dann irgendwelche Leute einen Schlussstrich ziehen können, damit es angeblich erledigt ist. Das ist eine Kärntner Spezialität.
Standard: Und weil es unabgeschlossen ist, kann es immer wieder politisch benutzt werden?
Ottomeyer: Ja. Dann kann man suggerieren, wie Haider das getan hat: Wenn man der endgültigen Lösung der Ortstafelfrage zustimmt - endgültige Lösung, das war seine Formulierung -, dann kehrt Frieden ein. Und gleichzeitig ist es sehr wichtig, die Erinnerung an die sogenannten Partisanengräuel aufrechtzuerhalten.
Dann kann man wieder Beruhigung stiften - ein Wechselspiel von Beruhigung und Beunruhigung um das Thema der schrecklichen Erinnerungen herum, die irgendwie künstlich wachgehalten werden. Ein amerikanischer Psychoanalytiker nennt das das „chosen trauma", also das ausgewählte Trauma, das dann noch künstlich gepflegt wird.
Standard: In Kärnten wäre das ...
Ottomeyer: ... die Partisanengräuel und noch weiter zurück natürlich die drohende Abtrennung Unterkärntens durch die Truppen des SHS-Staates (Staat der Serben, Kroaten und Slowenen nach dem Ersten Weltkrieg, Red.).
Standard: Wenn Sie vom selbstgewählten Trauma sprechen ...
Ottomeyer: Das ist nicht selbstgewählt, das wird von oben gewählt, da spielen die politischen Führer eine wichtige Rolle. Die wirklichen, biografisch komplizierten Erinnerungen, die biografischen Schmerzen werden nicht erzählt. Erzählt werden stilisierte Opfer- und Heldengeschichten, die mit den komplizierten Familienbelastungen eigentlich nichts zu tun haben, oder diese werden missbraucht.
Standard: Hat das auch damit zu tun, dass ja auch die meisten deutschsprachigen Kärntner slawisches Blut in ihren Adern haben und das sozusagen überkompensieren wollen?
Ottomeyer: Genau so ist es. Das ist die zweite Dauerverwirrung in der Kärntner Seele: dass es slawische, oder besser, slowenische Wurzeln gibt. Ich würde grob sagen, in der Hälfte der Kärntner Familien gibt es slowenische Großeltern oder Eltern oder einzelne Großeltern- oder Elternteile. Das arbeitet und macht Angst. Wer öffentlich Slowenisch sprach, wurde während der Nazizeit leicht deportiert. Das war also lebensgefährlich. Später war es karrieregefährdend, sich daran zu erinnern oder sich öffentlich dazu zu bekennen. Es wurde irgendwie verinnerlicht.
Diesen Verdrängungsprozess haben viele Leute auch wieder vergessen, und es fand, wie Sie richtig sagen, eine Überassimilation statt. Dahinter liegt eine Angst: Angst, ich könnte Verrat begangen haben, Verrat an Angehörigen meiner eigenen Familie. Oder bei anderen Leuten, eher aus Oberkärnten, das Gefühl: Ich habe vielleicht Menschen aus anderen Landesteilen verraten, als sie verfolgt wurden. Dieses Gefühl kann man dann wieder sehr gut auf die Gegner projizieren, auf die slowenischen und sonstigen Heimatverräter.
Standard: Damit verraten diese Menschen aber auch einen Teil ihrer eigenen Identität.
Ottomeyer: Auf viele trifft das zu.
Standard: Wenn ich aber einen Teil meiner eigenen Identität ständig unterdrücke oder anderweitig kompensieren will, kann das auf Dauer nicht gut für meinen Gemütszustand sein.
Ottomeyer: Als Psychotherapeut hat man hier ständig mit Leuten zu tun, die sich für irgendetwas schämen. Und es ist ja grotesk: Es ist das einzige Land der Welt, wo sich Menschen auch dafür schämen, dass sie ganz oder teilweise noch eine andere Sprache können. Das gibt's wirklich nur hier. Haider war in diesem Kontext eine Superfigur, weil er das Ende der Scham verkörperte. Er war ja schamlos und hat andere Leute gezielt beschämt, etwa den Präsidenten des Verfassungsgerichts, Ludwig Adamovich, wegen seines Namens. Da kann man dann mitmachen und braucht sich nicht zu schämen.
Standard: Haider war also für viele Kärntner geradezu ideal: als Projektionsfigur für die eigenen Widersprüche und zugleich als deren Auflösung.
Ottomeyer: Er war auch ein Spezialist für die Entsorgung von Schuld. Denn es gab doch eine Schuldfrage in Bezug auf die in Kärnten besonders starke Verstrickung in den Nationalsozialismus und auf das, was den Nachbarn im Zweiten Weltkrieg und später angetan wurde. Dramatisch könnte man von einem schleichenden Kulturmord sprechen, und der lässt auch ein Schuldgefühl zurück.
Standard: Dabei kommt ja der Name Kärnten von dem slawischen Fürstentum Karantanien.
Ottomeyer: Da gibt es den grotesken Streit um den Fürstenstein. Auf diesem Fürstenstein, aber auch später auf dem Herzogstuhl mussten die Landesfürsten den Eid auf Slowenisch leisten.
Standard: Wenn wir auf den Wahlkampf und den künftigen Landesfürsten blicken: Das BZÖ tritt mit dem Zusatz „Liste Jörg Haider" an. Ist der Mythos des Toten so stark, dass man damit weiterhin politisch reüssieren kann?
Ottomeyer: Da kommt noch was Kärntenspezifisches dazu, auch von der Geschichte her. Viele Kärntner sind so eine Art verlorene Kinder. Sie kommen traditionellerweise aus Familien, wo die Väter fehlen oder unzuverlässig sind.
Standard: Kärnten hat österreichweit den mit Abstand höchsten Anteil unehelicher Kinder, 2008 waren es fast 58 Prozent.
Ottomeyer: Da gibt es so eine Sehnsucht nach einem Vater, der kommen und bleiben soll. Und das ist Haider gut gelungen, diesen Vater zu spielen, der seine Kinder, jedes einzelne, wiedererkennt. Das hat er auch gut ganz gemacht, durch seine Almosenaktionen und dadurch, dass er die Leute wiedererkannt und persönlich, auch körperlich begrüßt hat. Ich glaube, seine Ich-bin-schon-weg-bin-wieder-da-Inszenierung hat das noch verstärkt.
Das ist so ähnlich, wie wenn der Vater aus dem Haus geht und verschwunden bleibt. Wenn er dann wiederkommt, sind alle tief gerührt. So entsteht über die Jahrzehnte doch eine Kontinuität, und die Leute haben ihn sozusagen als fehlendes Familienmitglied adoptiert. Und waren stolz auf ihn. Denn durch Haider kannte man Kärnten in der Welt.
Standard: Kärnten und Haider waren also gruppen- wie individualpsychologisch die schlechthin ideale Kombination, die so vermutlich nicht wiederholbar ist.
Ottomeyer: Ich glaube nicht, dass das wiederholbar ist. Etwas beängstigend ist aber, dass sich Haiders Bereitschaft, Menschen auszugrenzen - also sowohl die slowenische Minderheit einzudämmen als auch angeblich kriminelle Fremde abzuschieben - irgendwie verankert hat. Seine Erben haben ja versprochen, das fortzusetzen.
Standard: Wird das funktionieren bei den Wahlen, diese Berufung auf Haider durch BZÖ und FPÖ?
Ottomeyer: Ich bin ein bisschen stolz auf unsere Menschenrechtsaktivisten in Kärnten, die es trotzdem gibt, auch auf die Grünen mit Rolf Holub, auf die evangelische Kirche und zum Teil auch auf die katholische Kirche, die sich gegen diese Deportationsmentalität gestellt haben, Stichwort Saualpe (Internierung von Asylwerbern in einem abgelegenen Heim, Red.). Da kann man sich ein bisschen freuen, dass das erst einmal gestoppt scheint. Aber es bleibt am Kochen.
Standard: Was das Verhältnis zur slowenischen Minderheit betrifft, so könnte man aus der Haltungsänderung eines Mannes wie Josef Feldner, des Heimatdienst-Obmannes, auf ein breiteres Umdenken schließen. Könnte es sein, dass viele sogenannte Deutschkärntner schon um einiges weiter sind, als die Haider-Erben glauben machen wollen?
Ottomeyer: Ja, es gab schon Lernprozesse, in der Bevölkerung und auch bei maßgeblichen Funktionären. Und Haider hat diese Lernprozesse wieder gezielt gestoppt, weil er die Ängste und die Aggressivität für die Wahlen brauchte. Daran zeigt sich, dass die Bevölkerung manchmal toleranter und intelligenter ist als die Politiker.
Standard: Das hieße doch, dass es mit einer charismatischen Figur auf der anderen Seite ebenso funktionieren könnte. Mit jemandem, der sagt: Hören wir auf mit dem Ab- und Ausgrenzen, gehen wir auf unsere slowenischen Landsleute zu.
Ottomeyer: Das könnte funktionieren. Vielleicht kommt auch durch diesen Kult um Barack Obama die Idee von einer neuen Toleranz oder die Hoffnung auf einen gutartigen Führer auf. Aber zugleich birgt die Wirtschaftskrise das Risiko, dass Menschen Angst haben und Jagd machen auf die, die angeblich besser versorgt oder schuld an der eigenen wirtschaftlichen Not sind. Es kann in Richtung mehr Toleranz gehen, es kann aber auch kippen in die Verfolgung von Minderheiten. (Josef Kirchengast, DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2009)
Zur Person: Univ.-Prof. Klaus Ottomeyer (59) leitet die Abteilung für Sozialpsychologie, Ethnopsychoanalyse und Psychotraumatologie am Institut für Psychologie der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, an der er seit 26 Jahren als Sozialpsychologe tätig ist.
Daneben betreut er als Psychotherapeut traumatisierte Menschen, vor allem Kriegsflüchtlinge und Folteropfer, aber auch Kärntner Slowenen, deren Eltern im Zweiten Weltkrieg deportiert und/oder ermordet wurden. Im März erscheint sein Buch „Jörg Haider - Mythenbildung und Erbschaft" (Drava-Verlag, Klagenfurt).
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Opfer vmtl. `Kollaborateure` des Nazi-Regimes?
Info war gestern kurz im TV
..ich kenne die Erzählungen meiner älteren Verwandten, wie grausam nach dem Sieg mit den Verlierern umgesprungen wurde...auch von Engländern (Kärntens Besatzungsmacht)
Stichwort; Kosaken..
Bitte sich NICHT verlogen - überheblich & von Aussen her beurteilend über diese * Kärntner Seele* zu *wundern*...gell
Sich zur Geschichte die Geografie des Landes anschauen;
großes schönes Siedlungsgebiet, umgeben von Bergen, Kärnten war aber immer auch ein Durchzugsgebiet, Nord/Süd, und von daher strategisch wichtig.
nachdem man die kaerntner so exakt analysiert und verstanden hat schafft man immerhin, dass man von fast 5% gewaehlt wird.
salopp gesagt.
wer die falschen, also vollkommen irrelevante, fragen stellt, dem helfen auch die richtigen antworten - nichts.
vor 30 jahren haett ich gesagt ottomeyer redet ueber ca 20% der kaerntner, mittlerweile duerften es weniger sein.
Tatsache, dass diese stets zur Eigenvermarktung benutzt wird. Ich erinnere an LH Haider, der Bedürftige persönlich hat aufmarschieren lassen, um sie dann mit ihm als den großen Gönner, die reinkarnierte Mutter Theresa, filmen und ablichten zu lassen. Politik ist nicht Hollywood und hat es auch nicht zu sein - alte, materiell unterprivilegierte Menschen vor laufenden Kameras ablichten zu lassen und als Bittsteller zu präsentieren ist einfach schäbig und unwürdig. Haider war wie Eva Peron, machtgierig, brutal und sich selbst auf Kosten anderer schmückend. Was Besseres ist noch nie nachgekommen und die Garde, die nachkommt wird uns das Fürchten lehren, das ist gewiss, denn Haider hatte zumindest Intellekt.
Wieso ist es ganz Österreich so daran gelegen gegen Kärnten zu wettern? Warum ist es so schwer zu akzeptieren, dass Haider von uns gewählt wurde weil er auf Leute zuging und vielen von uns persönlich geholfen hat. Sei es bei der Jobsuche, bei Problemen mit Behörden, usw. Sind wir böse weil uns Persönlichkeiten wichtiger sind als Parteien?
Wieso kann man nicht einfach akzeptieren, dass den meisten von uns egal ist ob wir ein- oder zweisprachiger Ortstafeln haben, solange man sie dann austauscht wenn sie beschädigt sind oder sie aus sonst einem Grund ausgetauscht gehören um nicht zusätzliches Geld dafür raus zu schmeissen.
Und was genau unterscheidet die Hetzer gegen Kärnten hier von den wirklichen Rechtsextremen?
Es wettern "die Leute" nicht gegen "die Kärntner" sondern gegen jene über 40%, die Rechts gewählt haben.
Dabei sind die 5-10%, die wirklich an die rechte Ideologie glauben, noch das geringste Problem: Schlimm sind die restlichen Menschen, die das BZÖ für populistischen Versprechungen gewählt haben (Jobs, mehr Einkommen etc.), die ohne große Verschuldungen gar nicht umzusetzen sind. Und dabei in Kauf nehmen - weil es ja "den meisten von uns egal ist" -, dass diese Partei ohne mit der Wimper zu zucken grundlegende Menschenrechte verletzt (Saualm, Ortstafeln...) und im Hintergrund die vorgestrige Ideologie der Rechten weiterarbeitet.
Mit solch linksfreudianischen Interpretationen ist Ottomeyer meilenweit von der Kärntner Wirklichkeit entfernt. Dass diese Theorien nicht fruchten, zeigt auch das schlechte abschneiden der Grünen, für die Ottomeyer in Köttmannsdorf kandidierte. Trotz ihres relativ sympathischen Spitzenkandidaten (Holub) und kreativem Werbeauftritt stagniert diese Truppe. Mit Positionen wie bei Ottomeyer, die weitestgehend mit jenen der KPÖ ident sind, kommt man in Kärnten (und auch Österreich) politisch auf keinen Grünen Zweig. Holub sollte sich da eher an Leuten wie dem Klagenfurter Gemeinderat Gaspar halten, wenn er erfolgreich sein will.
Mit Positionen, die sich weitgehend mit denen der KPÖ decken, kommt man in Kärnten auf 45%. Denn die Kärntner haben offenbar ihren Herrn Karl aus Trier genau gelesen und leben ihren historischen Materialismus, den man in diesm Falle fast schon als klassisch bezeichnen muß.
Und drum wählen eben so viele die ex-FPÖ.
Besonders lustig war es für mich gestern: da gabs in der Nach-ZiB-Diskussion jemanden, der dem BZÖ vorwarf, sich mittels Kindergartenplätzen, Heizkostenzuschuß und was weiß sonst noch die Wähler gekauft zu haben. Dieser abgehobenen Person fiel garnicht auf, daß das die Form ist, wie man Steuergelder für die eigene Bevölkerung ausgibt.
Und die Kärntner sind eben klassische Materialisten.
Na, sie sind ja wohl ein ganz ein Schlauer, was?
Anstatt sich darüber Gedanken zu machen, weswegen knapp die Hälfte der Kärntner das BZÖ wählt, hauen sie einfach wieder mal auf irgendeine Partei, was die nicht alles falsch macht, weswegen das dann natürlich nicht funktioniert.
Dazu diffamieren sie die Grünen wieder mal, wie man es von Rechten Effen (gott, wie ich diese Unterteilungen hasse...) eben gewohnt ist.
Also, schlagen Sie vor, was in Kärnten denn fruchten würde??
heisst lediglich, dass die eltern dieser kinder nicht verheiratet sind.
ja, und?
seit wann ist eine ehe grundbedingung dafuer, dass sich ein vater um seine kinder kuemmert?
sind nichtverheiratete eltern schlechtere eltern?
und, nicht dass ich es nicht moeglich faende, aber die aussage, kaernten waere das einzige land, in dem sich leute ihrer sprache schaemten, kann ich so nicht glauben - fuer belege waere ich sehr dankbar.
erstens sind viele kaerntner slowenen durchaus stolz auf ihre sprache (sonst gaebs keinen schueler mehr im slowenischen gymnasium) und zweitens gibts sicher mehr bevoelkerungsgruppen weltweit, die ihre zweitsprache unterdrueckt haben oder unterdruecken mussten.
traumen und krieg gabs ja in jedem land.
Schauen Sie...z. B. weiter unten in diesem Forum schreibt Kneißl Hias von seiner Mutter, die Slowenisch nie sprechen würde obwohl sie Deutsch erst ab 6in der Schule gelernt hat. Das kommt in K oft vor (lesen Sie's ist ganz interessant!). Es ist wohl das einzige Land, wo sprachliche Teilung kontinuierlich politisch instrumentalisiert wurde und wird. Sogar das Slowenische hat man ins Slo und Windische entzweit-damit u.A. auch ein einiges an Familienleid (Zwist, Entfremdung, Schuldgefühle usw.) ausgelöst.
Zum Stutzen bringen mich auch die Postings von Kärntnern, die ich sofort in ihrer Ehre gekränkt fühlen, sobald man andeutet es sei MÖGLICH, dass sie Slo Wurzeln haben KÖNNTEN. Don't you think there's a problem here?
auch ich als exkaerntner kenne solche menschen, die sich ihrer slowenischen sprache schaemen.
aber, was ich sehr hinterfrage, ist die aussage, dass es weltweit das einzige land sei, in dem es solche phaenomene gibt.
das halte ich gelinde gesagt fuer einfach bloss dahingesagt.
katalanen durften unter franco etwa auch nicht katalan reden - und wer nachsucht findet sicher viele solcher beispiele - sprache (=identitaet) als machtmittel ist so universal, das die wahrscheinlichkeit, in kaernten sei man das erste mal draufgekommen, das auszunutzen, verschwindend klein ist.
ich wette, es gibt aktuell weltweit hunderte solcher gegenden - wo menschen zusaetzlich durchaus, im vergleich zu kaernten, mehr als bloss verbaler gewalt ausgesetzt sind.
ich glaube, sie sprechen 2 verschiedene probleme an? das erste ist eine sprache nicht sprechen zu dürfen bez. können weil's verboten ist oder man mit irgendeiner form von gewalt rechnen muss. das zweite ist eine sprache nicht sprechen zu wollen, obwohl man es darf (!) weil man sich derer halt schämt.
in bezug auf k.slo, die auf ihre sprache stolz sind: der von ihnen gesponnene gedankenfaden scheint auch etwas kurz geraten. in den 1920ern gab's 80.000 k-slo.jetzt nur noch, was 12,13.000?a bissl schnell, diese assimilation, obwohl das slo gymn (gottseidank) noch die türen offen hat?
prototypisch wie sich Ottomeyer als gebürtiger Deutscher um das Seelenheil der Kaerntner annimmt. Die Sprüche, die er in diesem Interview von sich gibt, sind von jener professoralen Beflissenheit, die, da er vermeintlich als Aussenstehender objektiv. Sie kleistern etwas per (Pseudo-)Wissenschaft zu, was ihm, das hat er erkannt, leider nicht zugaenglich ist.
Seine Deutungsversuche des Kaertnerischen sind dem Standard immer eine Meldung wert - und er geht immer in diese Falle der Entbloessung.
Sie hätten Ihre Überschrift auch ohne "Kronenzeitungsleser" posten können. Aus dem Inhalt ist ihr Kronenzeitungsniveau sofort erkennbar Ich kann ihnen innerhalb kürzester ZeitLeute bringen, die sich ihrer -wenn Sie so wollen - Muttersprache schämen. Ich selbst bedaure es außerordentlich. die slowenische Sprache nicht zu beherrschen. Während des Krieges war es verboten, slowenisch zu sprechen und nachher war es wohl nicht "in" und auf Grund meines damaligen Alters konnte ich das Thema wohl noch nicht richtg erfassen. Zusammenfassend mir tut es leid und ich schäme mich auch nicht
ich würde auch gerne `Windisch`gelernt haben..
aber die Unterdrückung war so stark, daß z.B. meine Großmutter (eine Bergbäurin!) bei der ich zuerst aufwuchs, mir EXTRA gut die deutsche Sprache einübte, * damit ich es später leichter habe*...
Mit dem lustigen Ergebnis, daß mich in der Volksschule viele für eine `Zuagraste Deutsche`hielten
Übrigens; früher -vor einigen Jahrhunderten- galt Känten als EIGENER SPRACHRAUM
Auch hier -in Deutsch- fällt eine eigene Sprachmelodie bei geb. Kärntnern auf ;-)
Und oft sehr genauer Umgang mit den Worten (!)
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