Gewaltverbrecher aus Gefängnis entkommen

16. Februar 2009, 17:15
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Die beiden Männer sind auf der Flucht Richtung Belgien

Paris - Nach einem kinoreifen Ausbruch aus einem französischen Gefängnis, einer Verfolgungsjagd mit der Polizei und Geiselnahmen sind zwei Gewaltverbrecher auf der Flucht in Richtung Belgien. Laut Polizeiangaben hatten die Männer unterwegs einen Mann und dessen Enkel vorübergehend als Geisel genommen. Anschließend zwangen sie eine 51 Jahre alte Frau, ihnen ihr Auto zu überlassen.

Mit diesem Wagen seien die Ausbrecher in Richtung Norden geflüchtet, sagte ein Fahnder. Die französischen Behörden mobilisierten auf der Jagd nach den Ausbrechern die Sondereinsatztruppe der Polizei und mehrere Hubschrauber. Der spektakuläre Ausbruch hatte am Sonntagnachmittag während der Besuchszeit im Gefängnis des Städtchens Moulins in der Auvergne begonnen. Die unter anderem wegen bewaffneter Überfälle zu langen Haftstrafen verurteilten 37 und 30 Jahre alten Männer brachten mit vorgehaltener Pistole zwei Wächter in ihre Gewalt und sprengten die Tür des Gefängnisses auf.

Auto geknackt

Sie entkamen mit ihren Geiseln in einem vor dem Gefängnis geparkten Auto, das sie offensichtlich geknackt hatten. Gegen Abend ließen sie die Wächter in Evry nahe Paris frei. In der Nacht brachten sie bei Amiens in Nordfrankreich einen 65-jährigen Mann und dessen fünfjährigen Enkel in ihre Gewalt und setzten die Flucht mit deren Auto fort. Nachdem sie auch diese Geiseln im Morgengrauen freigelassen hatten, flüchteten sie mit dem Auto der 51-Jährigen weiter in Richtung Belgien.

Wie die Männer im Gefängnis zu der Waffe und zum Sprengstoff gelangt waren, war zunächst unklar. Die französische Polizei nahm am Montag zwei Verwandte fest, die die Häftlinge kurz vor ihrem Ausbruch besucht hatten. 40 andere Besucher wurden vernommen. Im Jahre 2000 war dort einem Häftling der Ausbruch mit Hilfe eines Hubschraubers gelungen. (APA/AFP)

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