ÖVP fordert Sanierungsprogramm

16. Februar 2009, 15:41
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Alle Leitungen über 70 Jahre sollten saniert werden

Wien - Die ÖVP sorgt sich um das Alter des Wiener Wasserleitungsnetzes. Nach neun schweren Wasserrohrbrüchen im Vorjahr müsse die Stadt ein Programm auflegen, um bis 2015 alle Leitungen, die älter als 70 Jahre sind, zu sanieren, forderte Umweltsprecher Roman Stiftner am Montag in einer Pressekonferenz. Zur Finanzierung sollten die Einnahmenüberschüsse der Wasserwerke in Höhe von 54 Mio. Euro verwendet werden.

Neben den Rohrbrüchen sei auch der schleichende Wasserverlust durch undichte, alte Leitungen ein Problem. Demnach würden jährlich rund 20 Mio. Kubikmeter Trinkwasser ungenutzt in der Erde versickern. Dies entspreche dem Wiener Wasserverbrauch an rund 55 Tagen und bedeute überdies Gebührenverluste von 28 Mio. Euro. Die Stadt solle deshalb auch auf die technische Möglichkeit eines Frühwarn-Messnetzes zurückgreifen, um Rohrgebrechen vorbeugen zu können.

Für SPÖ-Gemeinderat Erich Valentin stellte sich die ÖVP-Pressekonferenz als "letztklassig" dar. Hier werde die Wiener Wasserversorgung schlechtgeredet, obwohl im Vorjahr 31,6 Mio. Euro in Erhaltung, Erneuerung und den Betrieb des Netzes investiert wurden. Das Durchschnittsalter des Rohrnetzes betrage 45 Jahre. Klar sei aber, dass bei 3.281 Kilometern Leitungen auch ältere Teile vorhanden seien.

Es würden aber jährlich 30 Kilometer ausgetauscht, und überhaupt gelte: "Nicht auf das Alter, auf die Pflege kommt es an." In den 1970er Jahren hätten die Verluste in den Rohren noch 24 Prozent betragen, mittlerweile seien sie auf zehn Prozent gesenkt. (APA)

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