Schnarchen kann lebensbedrohlich sein

16. Februar 2009, 14:46
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Längere Atemaussetzer und lautes Schnarchen sind Hinweise auf Krankheit Schlafapnoe - Atempausen im Schlaf erhöhen Blutdruck

Ann Arbor/Solingen - Während Schnarchen an sich ungefährlich ist, sind längere Atemaussetzer sowie lautes und unregelmäßiges Schnarchen Hinweise auf die ernstzunehmende Krankheit Schlafapnoe. Das betonen Mediziner der University of Michigan gegenüber ScienceDaily.

Zusammenhang mit anderen Erkrankungen

"Unregelmäßige Schlafatmung rückt zunehmend ins Interesse der Wissenschaft, da ein starker Zusammenhang mit Gehirnschlag, Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennbar ist", sagt die Kardiologin Melvyn Rubenfire. Damit sei tiefes Schnarchen ebenso ein Risikofaktor für das Herz-Kreislaufsystem wie Rauchen, Diabetes, hoher Blutdruck und die erbliche Belastung.

Explosionsartiges Luftholen

"Schnarchen wird oft bagatellisiert", betont Winfried Randerath, Leiter des Instituts für Pneumologie der Klinik Solingen. Dabei müsse jedoch zwischen verschiedenen Schnarchtypen unterschieden werden. Beim normalen, regelmäßigen Schnarchen, das jeden vierten Erwachsenen betrifft, wird die Zunge in der Rückenlage im Rachenraum zu weit nach hinten gedrückt und gerät durch die vorbeiströmende Luft in Schwingungen. Wird dabei der Rachenraum völlig verschlossen und somit der Luftstrom unterbrochen, muss das Luftholen explosionsartig und das Atemgeräusch entsprechend lauter werden. Der Verschluss der Atemwege bewirkt Atempausen von zehn Sekunden und länger, was die Sauerstoffzufuhr vermindert und im Gehirn zu einer lebenswichtigen Weckreaktion führt, die das Ersticken verhindert. Bei dieser Erscheinung spricht man von der obstruktiven Schlafapnoe.

Begleitsymptome

Der Übergang zwischen den beiden Formen ist laut Randerath fließend und durch das Auftreten weiterer Begleitsymptome gekennzeichnet. "Ein wichtiges Warnsignal ist etwa das fehlende Ausgeschlafensein am Morgen. Ist der Schnarcher tagsüber unkonzentriert und schläfrig, nickt er beim Fernsehen, Zeitungslesen oder am Computer ungewollt ein, schwitzt er in der Nacht oder beobachtet der Partner Atemaussetzer im Schlaf, so empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen", so der Lungenexperte. In den letzten Jahren bestätigten epidemiologische Studien, dass Schlafapnoe ein Risikofaktor für hohen Blutdruck darstellt. Wenngleich man auch von indirekten Auswirkungen der Schlafapnoe auf das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko ausgehen könne, sei ein direkter Zusammenhang noch nicht geklärt.

Männer häufiger betroffen

Zwar ist Schlafapnoe eine Männerkrankheit, doch auch Frauen bleiben nicht verschont. Obwohl für sie das Risiko immerhin halb so groß wie bei Männern ist, befindet sich statistisch nur eine Frau unter neun Schlaflabor-Besuchern. "Bei Frauen wird Apnoe oft übersehen, da bei ihnen typische Krankheitssymptome weniger oft auftreten und Leiden wie Kraftlosigkeit oder Depressionen oft den Beschwerden der Wechseljahre zugeschrieben werden", vermutet Randerath. Ein weiterer Grund könne sein, dass Männer das nächtliche Schnarchen ihrer Frauen seltener wahrnehmen und so das Problem übersehen wird.

Wer an normalem Schnarchen leidet, kann seinem Schlaf sowie dem des Partners Abhilfe verschaffen, erklärt Randerath. "Man kann abends Schienen aufsetzen, die das Unterkiefer nach vorne schieben, oder sich vom HNO-Arzt Nase, Nasennebenhöhlen oder Gaumensegel operieren lassen." Entwickelt wurde auch eine Weste zur Verhinderung der Rückenlage im Schlaf, die schon längere Tradition hat. "Schon im Mittelalter ließen sich Ritter Kanonenkugeln in ihr Nachtgewand einnähen, die sie dazu zwangen, seitlich oder auf dem Bauch zu schlafen. Auch dadurch wurde das Schnarchen verhindert", so der Solinger Lungenfacharzt. (pte)

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    Unregelmäßige Schlafatmung rückt ins Interesse der Wissenschaft - ein Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erkennbar

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