FPÖ bedauert Wagners Verzicht

16. Februar 2009, 13:55
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Burgstaller "sehr erleichtert" - Landessprecher der oö. Grünen: "Zwischenerfolg"

Wien - Die politischen Reaktionen auf den Verzicht Gerhard Maria Wagners auf das Amt des Linzer Weihbischofs fallen unterschiedlich aus. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller ist "sehr erleichtert", sagte sie am Montag auf Anfrage der APA. Rudi Anschober, Landessprecher der oberösterreichischen Grünen, wertete Wagners Rückzieher als "Zwischenerfolg". Die "Arbeitsgemeinschaft der Christen in der FPÖ" nimmt Wagners Verzicht hingegen "mit Bedauern" zur Kenntnis.

Lob und "viel Respekt" zollte Burgstaller dem Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, der die Kirche vor einer Entwicklung in Richtung Sekte gewarnt hatte. "Ich habe gesehen, dass solche Entscheidungen des Papstes der letzten Wochen die Kirche ruinieren können", so die Landeshauptfrau mit Verweis auf die Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Die oberösterreichische Kirche sei stets sehr fortschrittlich gewesen, daher sei es für die Oberösterreicher "besonders schmerzlich" gewesen, einen derartigen Vorschlag für den Weihbischof zu bekommen, sagte Burgstaller.

"Etappenerfolg"

Anschober meinte, es sei positiv, dass Wagner eingesehen habe, dass seine Ernennung zu einem tiefen Spalt führen und die Kirche weit zurück bewegen würde. Nun sei "wieder alles offen" und es solle einen ehrlichen Dialog geben, wünschte er sich am Montag im Gespräch mit der APA. Die Grünen hatte nach der Ernennung Wagners betroffen reagiert und eine Welle der Empörung unter jenen Katholiken befürchtet, die für eine offene und moderne Kirche eintreten. Für all jene sei die aktuelle Entwicklung ein "Etappenerfolg", so Anschober.

Anders sieht das die FPÖ, die Wagners Verzicht "mit Bedauern" zur Kenntnis nimmt. Die Kirche gehe damit vor einer "gemischten Jagdgesellschaft aus Linkskatholiken, Agnostikern und Kirchenfeinden" in die Knie, hieß es in einer Aussendung der "Arbeitsgemeinschaft der Christen in der FPÖ". Kritisiert wurde auch die mediale Berichterstattung über Wagner: "Weder Diskussionsleiterinnen vom ORF noch Redakteure von Tageszeitungen sind dazu berufen, den Kurs der Kirche zu bestimmen". (APA)

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