Tests für Islam-Lehrer

16. Februar 2009, 18:05
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PädagogInnen müssen Deutsch auf Maturaniveau nachweisen können, sonst darf nicht unterrichtet werden

Wien/Linz - Der Druck auf die Islam-Lehrer wächst: „Jetzt wollte ein Direktor von mir ein schriftliches Bekenntnis zur Demokratie haben", erzählt ein Religionslehrer aus Linz, der ungenannt bleiben will, empört. Auch Kollegen sei Ähnliches passiert. Der Mann, der auch Mitglied des muslimischen Lehrervereins Oberösterreich ist, verweigerte seine Unterschrift - und kündigt rechtliche Schritte an, falls die Direktion weiterhin darauf beharrt. Seine Begründung: Ein derartiges Vorgehen sei eine „bedenkliche Überreaktion" auf jene Studie, wonach jeder fünfte muslimische Pädagoge eine demokratie-skeptische Einstellung vertrete.

Das Unterrichtsministerium wiederum hat am Montag mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft die Überprüfung der Deutschkenntnisse von Religionspädagogen bis Ende April fixiert, das Maturaniveau entsprechen sollte. Zuständig sind dafür die Landesschulräte.

In Wien dagegen wird die Überprüfung des Deutschniveaus der islamischen Religionslehrer an Pflichtschulen durch die Schulleiter erfolgen, erklärte Stadtschulratspräsidentin Susanne Brand_steidl. Zudem sollen auf den Erhebungsbögen über die einzelnen Lehrer auch Fragen zu deren Erfüllung der Aufsichtspflicht oder zum pünktlichen Unterrichtsbeginn ausgefüllt werden.

Brandsteidl kündigte zudem an, dass auch die Religionspädagogen an AHS wie berufsbildenden Schulen getestet werden. Dazu forderte sie, dass Lehrmittel und Bücher für den Unterricht staatlich approbiert werden sollen. Und der Staat solle auch bei der Bestellung der Fachinspektoren mitreden können. (Kerstin Scheller und Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2009)

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