Ersatz für Wagner - oder auch nicht

16. Februar 2009, 12:00

Keine Fristen für Neubesetzung - Weihbischof kirchlich mit wenig Macht

Wien - Nach dem Rückzug des designierten Linzer Weihbischofs Gerhard Maria Wagner ist unklar, wann bzw. ob diese Position nun besetzt wird. Eine Frist hierfür gebe es jedenfalls nicht, erklärte der Theologe Paul Zulehner. Er geht freilich davon aus, dass in der relativ großen Diözese ein Bedarf für solch einen Auxiliarbischof besteht. Der Linzer Bischofsvikar Wilhelm Viehböck hatte gestern angedeutet, dass Bischof Ludwig Schwarz mit einem neuen Vorschlag nach Rom nun ein wenig zuwarten könnte.

Vatikan ist eigenständig

Ein Weihbischof wird im Regelfall vom Diözesanbischof im Vatikan beantragt. Hierbei kann auch um die Unterstützung durch mehrere Auxiliarbischöfe ersucht werden. Üblicherweise schlägt der Diözesanbischof Rom auch vor, wen er sich für diese Aufgabe vorstellen könnte. Der Heilige Stuhl ist an diese Vorstellungen freilich nicht gebunden, sondern kann die Entscheidungen eigenständig treffen.

So soll Bischof Schwarz den Windischgarstener Pfarrer Wagner nicht auf seinem Dreier-Vorschlag gehabt haben. Andere Spekulationen sagen, dass Schwarz seinen Vorschlag später auf Druck des Vatikan geändert und Wagner integriert hat.

Fünf Weihbischöfe

Die Position des Weihbischofs ist in der Kirche von nicht allzu großer Bedeutung, wenn man vom repräsentativen Charakter des Amtes absieht. Der Auxiliarbischof ist gegenüber dem Diözesanbischof quasi weisungsgebunden und wird von diesem mit Aufgaben betreut, die er zeitlich nicht wahrnehmen kann. So kann der Weihbischof etwa im Auftrag des Bischofs Visitationen in den Pfarren oder Firmungen vornehmen. Auch können ihm gewisse "Ressorts" in der Diözese übertragen werden. So ist etwa Franz Scharl in Wien die Aufgabe der Ausländerseelsorge zugewiesen.

Wiewohl der Weihbischof in der Bischofskonferenz vertreten und auch stimmberechtigt ist, hat er de facto in der Diözese weniger zu sagen als der Generalvikar. Dieser ist quasi das "alter ego" des Diözesanbischofs und laut Kirchenrecht mit deutlich mehr Macht versehen als der Weihbischof und auch quasi der Stellvertreter des Bischofs. Im Fall des Todes des Diözesanbischofs rückt freilich weder der eine noch der andere automatisch auf. Dann entscheidet das Domkapitel, wer diese Aufgabe als Diözesanadministrator interimistisch übernimmt.

In Österreich gibt es derzeit fünf Weihbischöfe, die in vier Diözesen tätig sind. In Wien wird Kardinal Christoph Schönborn von Franz Scharl und Stephan Turnovszky unterstützt, in St. Pölten hilft Anton Leichtfried Klaus Küng, Franz Lackner ist unter Egon Kapellari Weihbischof in Graz und Andreas Laun steht in der Erzdiözese Salzburg Bischof Alois Kothgasser zur Seite. (APA)

Kommentar posten
16 Postings
johann steiner
00
16.2.2009, 21:55
abwarten

Wagner ist gültig ernannter Bischof, sein Rücktritt muss angenommen werden

Wolf Seemann
 
00
17.2.2009, 12:10
bischöfe werden nicht "ernannt" -

sie werden geweiht.

johann steiner
00
18.2.2009, 22:05
nein so ist das nicht

So war es bei Williamson, der wurde vom Papst nicht ernannt, den hat Lefebrve einfach geweiht, Bischof Wagner wurde am 31. 1. 2009 , der Standard Online berichtete und jetzt braucht er noch die Bischofsweihe, die kann ihm jetzt jeder gültig geweihte Bischof geben, und es ist eine erlaubte Weihe im Gegensatz zu Williamsons Weihe.

hurchzua
00
17.2.2009, 08:55
schon geschehen...

Lunar_Park_Fan
01
16.2.2009, 21:34
Aha...

Der "Vatikan ist eigenständig", dabei stünde es ihm angesichts seiner Fehler besser an eingeständig zu sein!

motorwas
10
16.2.2009, 17:37
hin und her reden,wie

steht die katholische kirche zu darwin-das eine ,schliesst doch das andere nicht aus-wissenschaft und glaube,dazu wäre auch eine stellungnahme einmal erforderlich-gallileo ist doch auch gerade rehabilitiert worden nach so vielen jahren

capricorno
12
16.2.2009, 17:15
Einmalig

in der Kirche war dieser Proteststurm der Dechanten gegen Gerhard Maria Wagner. So viel Lieblosigkeit und Unbarmherzigkeit gegen einen Mitbruder hat es in der Kirche bisher jedenfalls noch nicht gegeben.
Ich glaube allerdings, die Kirche hat derzeit andere Probleme zu lösen, als diverse Stellungnahmen zur Homosexualität abzugeben!

Deus Ex Coquina
 
13
16.2.2009, 14:43

Die Lücke die er hinterlässt, reicht vollkommen ihn zu ersetzen!

Kool Killer
 
06
16.2.2009, 12:53
Kein voreiliges Frohlocken !

Wagner verzichtet. Gut so. Und wer kommt allenfalls statt ihm?? Neben borstig-kratzigen, vor den Kulissen sichtbaren und klar deklarierten konservativen Kirchenmännern, wie Wagner einer ist, gibt es auch etliche glatte, lächelnde, hinter den Kulissen agierende, aber umso gnadenlosere Gestalten, wie sie zB im Opus Dei organisiert sind.

Also seid auf der Hut: die Sache ist nicht gegessen. Ein konservativer Wolf im Schafspelz kann mehr Schaden anrichten als der kläffende Hirtenhund Wagner.

David Giczi
711
16.2.2009, 12:15
wozu auch? die mediale stalinorgel selbstgerechter

meinungsuftischerjournalisten schießt doch ohnehin wieder raus wer ihr nicht passt.

Deus Ex Coquina
 
21
16.2.2009, 14:44

Von kath.net hierher verirrt?

dieBestatter
40
16.2.2009, 15:29

Der kommt vom kot.net ;)

Leo Naphta
12
16.2.2009, 15:03

Und wieso sind Sie da? So an allen Infos über die katholische Kirche interessiert, dass Sie gar nicht genug bekommen können?

Deus Ex Coquina
 
30
16.2.2009, 15:21

Natürlich interessiert. Diese Rückständigen haben noch immer viel zu viel Einfluss in diesem Land. Und das gehört bekämpft!

anton haupt
02
16.2.2009, 21:36

na, ein bisserl muss man schon eine andere meinung auch aushalten können.

Deus Ex Coquina
 
00
17.2.2009, 13:21

Ach. Nichts gegen Meinungen. Menschverachtende und kriminelle Organisation, welche dogmatische Ihre kruden Ideen in der Öffentlichkeit ausbreiten, fallen aber nicht unter Meinung. Das hat System. Und dieser Einfluss gehört bekämpft. Soll zuhause jeder glauben woran er will. Wenn diese Märchen aber mit staatlicher Unterstützung schon in unsere Kinder geimpft werden - was ich persönlich ja eigentlich als psychischen Kindesmissbrauch, sprich eine Strafttat, betrachte - dann gehört das bekämpft.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.