Ericsson will trotz Flaute wachsen

16. Februar 2009, 11:16
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Beim weltgrößten Telekom-Austrüster hofft man auf den raschen Ausbau schneller Internet-Verbindungen

Barcelona - Der weltgrößte Telekomausrüster Ericsson sieht trotz Wirtschaftsflaute ein ungebrochenes Wachstum der Branche. "Es ist keine Telekomkrise", betonte Unternehmenschef Carl-Henric Svanberg am Montag auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Zwar rechnet er weiterhin mit starken Schwankungen der Währungskurse, die sein Unternehmen belasten könnten, und auch die Telekombranche könne sich der Wirtschaftskrise nicht entziehen. Doch die Mobilfunk-Betreiber stünden finanziell immer noch stark da und seien dabei, ihre Netzwerke zu optimieren. "Sie können investieren, wenn sie wollen."

Chancen in Schwellenländern

Die Grundlagen für langfristiges Umsatzwachstum seien da. Insbesondere in Schwellenländern sieht Ericsson große Chancen. "Ericsson ist stark genug, um durch die Krise zu kommen." Es sei aber unvernünftig zu glauben, dass der Konzern nicht in irgendeiner Weise betroffen sei, wiederholte Svanberg. Eine konkrete Prognose für 2009 blieb der Ericsson-Chef weiterhin schuldig. Mit dem bereits im Jänner angekündigten Sparprogramm bereite sich das Unternehmen auf härtere Zeiten vor.

Hoffnung macht dem Ericsson-Chef insbesondere der Ausbau schneller Internet-Verbindungen. "Es dreht sich alles um Breitband." Die große Mehrheit der Menschen werde in Zukunft Breitbandverbindungen eher auf dem Handy oder Laptop als über Festnetz nutzen. Svanberg unterstrich, dass China, Indien und insbesondere die USA mit dem Konjunkturprogramm der neuen Regierung von US-Präsident Barack Obama den Ausbau vorantreiben wollen. Auch in Deutschland will die Regierung im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets eine Breitbandstrategie ausarbeiten.

HSPA: Marktanteil bei 45 Prozent

Ericsson sieht sich das Unternehmen bei mobilem Internet gut aufgestellt. Bei den bisher am weitesten verbreiteten HSPA-Netzwerken habe Ericsson bereits einen Marktanteil von 45 Prozent, sagte Sparten-Chef Johan Wibergh. Beim UMTS-Nachfolger Long Term Evolution (LTE) wollen die Schweden weiterhin vorne mitmischen. Ericsson hat als bisher erster Netzausrüster vor, noch in diesem Jahr ein LTE-Netzwerk aufzubauen, für den Mobilfunk-Betreiber Telia Sonera. Es soll von 2010 an in Stockholm genutzt werden können. Außerdem arbeite Ericsson mit Vodafone, Verizon und China Mobile zusammen. (APA/dpa)

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