Premiere fährt 2008 Rekordverlust ein

16. Februar 2009, 09:53
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Bemerkbar machten sich vor allem Verschlüsselungsprobleme des Senders im vergangenen Jahr, die viele Kunden kosteten

Unterföhring/München - Der deutsche Bezahlsender Premiere hat im Geschäftsjahr 2008 wegen Sicherheitslecks bei der Verschlüsselung und hohen Programmkosten einen Rekordverlust eingefahren. Wie das Unternehmen am Montag in Unterföhring bei München mitteilte, verfünffachte sich der Verlust von 51,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 269,4 Mio. Euro. Der Umsatz stieg leicht von 937,2 auf 941,1 Mio. Euro.

Zur Eröffnung an der Börse sackte der Premiere-Aktienkurs um 7,58 Prozent auf 2,56 Euro ab. "Die Zahlen sind durch die Bank weg schlechter als erwartet", sagte ein Börsianer. Auch der Ausblick für 2009 sei schwach. Die nächste technische Unterstützung liege bei 1,55 Euro.

Bemerkbar machten sich vor allem Verschlüsselungsprobleme des Senders im vergangenen Jahr, die viele Kunden kosteten. So ging die Zahl der Abonnenten bis Ende Dezember von 2,534 Millionen im Vorjahr auf 2,399 Millionen zurück. Im ersten Halbjahr 2009 rechnet Premiere nun mit stabilen Kundenzahlen.

Neues Wachstum im Herbst

Neues Wachstum soll dann wieder nach dem Start der neuen Bundesligasaison im Herbst kommen. Die Bundesligarechte hatte sich Premiere Ende November gesichert. Um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, braucht Premiere nach früheren Angaben allerdings 3 bis 3,4 Millionen Kunden.

Der von Großaktionär Rupert Murdoch im vergangenen Jahr bestellte Vorstandschef Mark Williams stellt sich daher noch auf eine längere Durststrecke ein. Weder in diesem noch im nächsten Jahr sei mit einem Gewinn zu rechnen, hieß es in der Mitteilung. Erst 2011 soll Premiere unterm Strich wieder schwarze Zahlen schreiben. (APA)

 

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