Wiener Börse am Montag: ATX schließt deutlich tiefer

16. Februar 2009, 18:12
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Bankenwerte brechen ein - Erste Group verlieren knapp zwölf Prozent

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Montag bei dünnem Volumen mit deutlich tieferen Notierungen beendet. Der ATX rutschte in der Schlussauktion deutlich ab und schloss 64,96 Punkte oder 3,86 Prozent tiefer bei 1.619,62 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 40 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.660 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: DAX/Frankfurt -1,05 Prozent, FTSE/London -1,26 Prozent und CAC-40/Paris -1,18 Prozent.

Vor allem die Bankwerte drückten den Leitindex stark ins Minus. Die Umsätze blieben zum Wochenauftakt gering. "Angesichts des heutigen US-Feiertags waren die Volumina aber in Ordnung", meinte ein Händler. Die Nachrichtenlage wurde von Analystenkommentaren dominiert.

Europaweit fanden sich Bankenwerte nach den sehr schlechten Vorgaben ihrer US-Branchenkollegen vom Freitag auf den Verkaufslisten. Marktbeobachter begründeten die europaweiten Abschläge auch mit Befürchtungen der Investoren, dass die britische Lloyds weitere Finanzspritzen benötigen könnte oder gar verstaatlicht werden müsste.

Die heimischen Bankwerte erwischte es laut einem Händler auch aufgrund eines "Artikels vom Wochenende in einer englischen Zeitung, bei dem vor allem die CEE-Banken sehr schlecht weggekommen sind". Zudem häuften sich zuletzt kritische Analysen über das Osteuropa-Bankgeschäft. Die Titel der Erste Group rutschten klar unter die 9-Euro-Marke ab und schlossen nach einem Kurseinbruch um 11,86 Prozent bei 8,55 Euro. Raiffeisen International büßten 10,00 Prozent auf 15,03 Euro ein.

Wienerberger weit im Minus

Sehr schwach zeigten sich Wienerberger, die 6,72 Prozent auf 8,61 Euro fielen. Die Analysten der Citigroup haben ihre "hold"-Einstufung beibehalten, das Kursziel jedoch von 10,00 auf 9,00 Euro gekürzt.

OMV verschlechterten sich nach weitgehend festerem Verlauf noch um 0,46 Prozent auf 21,75 Euro. Auch Telekom Austria konnte die Verlaufsgewinne nicht halten und gaben 2,39 Prozent auf 11,03 Euro nach. BNP Paribas hat das Anlagevotum von "neutral" auf "outperform" und das Kursziel von 11,50 auf 14,00 Euro angehoben.

Unter den weiteren Indexschwergewichten gaben voestalpine 2,23 Prozent auf 16,20 Euro ab. Morgan Stanley hat die Einstufung von "overweight" auf "equal-weight" und das Kursziel von 21 auf 18 Euro nach unten revidiert.

Mayr-Melnhof verloren 2,83 Prozent auf 53,20 Euro. Goldman Sachs hat die Einschätzung von "buy" auf "neutral" gekürzt, das Kursziel von 53,60 Euro wurde unverändert belassen.

Die zehn größten Kursgewinner

      1. ECO BUSINESS-IMMOBILIEN AG        +6,67 Prozent
2. WEBFREETV.COM MULTIMEDIA AG +5,00 Prozent
3. BWT AG +2,89 Prozent
4. ATRIUM EUROP.REAL EST.LTD +2,70 Prozent
5. KTM POWER SPORTS AG +2,44 Prozent
6. CONWERT IMMOBILIEN INVEST SE +2,22 Prozent
7. CENTURY CASINOS INC +1,59 Prozent
8. ANDRITZ AG +1,31 Prozent
9. STRABAG SE +1,02 Prozent
10. BENE AG +0,74 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer

      1. ERSTE GROUP BANK AG              -11,86 Prozent
2. RAIFFEISEN INT. BANK-HLDG AG -10,00 Prozent
3. WIENERBERGER AG -6,72 Prozent
4. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG -6,23 Prozent
5. SKYEUROPE HOLDING AG -5,56 Prozent
6. VIENNA INSURANCE GROUP -5,39 Prozent
7. INTERCELL AG -5,06 Prozent
8. IMMOEAST AG -4,82 Prozent
9. KAPSCH TRAFFICCOM AG -4,71 Prozent
10. BWIN INT. ENTERT. AG -4,68 Prozent (APA)

 

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