Fremde Kultur

15. Februar 2009, 18:52
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Der ÖFB sucht seinen Kurs. Die unglückliche Figur von Teamchef Karel Brückner lenkt viel Kritikpotenzial von wesentlichen Fragen ab, aber wie lang geht das gut?

Alfred Ludwig sagt, er werde jedem ÖFB-Präsidenten dienen. Falls einer käme (der designierte Chef Leo Windtner kommt erst am 28. Februar), der ihn nicht mag oder umgekehrt, dann nehme er eben seinen Generalsekretärshut (dank der Strukturreform seinen Generaldirektorshut), sagt Ludwig. Auch gegen den gescheiterten Kandidaten Gerhard Skoff habe er "persönlich" nichts gehabt. Sehr wohl aber gegen die Präsentation Skoffs vor dem Wahlausschuss, ohne offizieller Kandidat zu sein. Herbert Hübel, der Vorsitzende des ÖFB-Wahlausschusses, aber meint, Skoff war sehr wohl offizieller, vom NÖ-Landesverband vorgeschlagener Kandidat.

ÖOC-Präsident Leo Wallner marschiert gegen alle Verdächtigungen und Vorverurteilungen seinen Weg, wo immer der ihn auch hinführen mag. Der ÖFB geht quasi noch nicht einmal in die Irre, er sucht seinen Kurs. Noch lenkt die unglückliche Figur von Teamchef Karel Brückner viel Kritikpotenzial von wesentlichen Fragen ab, aber wie lang geht das gut?

Ludwig versichert Brückner übrigens seiner ungebrochenen Solidarität. Obwohl er nicht sein Favorit gewesen sei. Kurz vor Brückners Bestellung sei er, Ludwig, mit Didi Constantini handelseinig gewesen. Doch der damalige Präsident Friedrich Stickler bestand auf "einen Ausländer" . Da von allen wählbaren Fremden nur mehr der Tscheche Brückner übrig war, wurde der von Stickler gekauft.
Seither öffnete sich eine tiefe Kultur-, Sprach- und Könnens-Barriere zwischen Brückner und dem Team. Und keiner da, der sie überbrückt. Wie die Ski-WM zeigt, verweigert der ÖSV-Leithammel Peter Schröcksnadel der fremden Kultur des Scheiterns und des schuldhaften Versagens hartnäckig Gehör und Asyl. (Johann Skocek, DER STANDARD, Printausgabe, Montag 16.2.2009)

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