Neue Kabinettschefin für Faymann

15. Februar 2009, 17:19
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Nicole Bayer löst Gerhard Hesse ab - SPÖ-Chef verzichtet auf EU-Kommissar

Wien - Werner Faymann organisiert nach knapp drei Monaten als Bundeskanzler sein Büro neu. Er löst seinen bisherigen Kabinettschef Gerhard Hesse ab und ersetzt ihn durch die EU-Expertin Nicole Bayer. Die 37-Jährige wird diese Funktion de facto ab sofort, offiziell ab 1. März übernehmen.
Zwischen Faymann und Hesse, der bei Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer stellvertretender Kabinettschef gewesen ist, habe die Chemie nicht gestimmt, erzählt man sich.
Bayer war ebenfalls bereits bei Gusenbauer im Kabinett, sie habe sich extrem schnell auf die Arbeitsweise von Faymann umgestellt.

Als Kabinettschefin ist Bayer im Kanzleramt auch für die Entwicklung politischer Strategien zuständig, in ihrer Entscheidung liegt es auch, welche Themen wann und wo „gespielt" werden. Bayer ist für die Koordination mit den anderen Ministerkabinetten und die Vorbereitung des Ministerrates zuständig. Nur die Termine wird Faymann weiterhin selbst verwalten.

Bayer war sechs Jahre lang bei der Ständigen Vertretung Österreichs in Brüssel, sie gilt als profunde Kennerin und bedingungslose Befürworterin der EU.

Faymann selbst scheint auf EU-Ebene keine Ambitionen zu haben. Am Wochenende erklärte er den Verzicht der SPÖ auf den nächsten EU-Kommissar. Er könne „damit leben, dass diese Position auch weiterhin von der ÖVP besetzt wird", sagte er in den Salzburger Nachrichten zur Nachfolge von EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner. Er werde mit dem Regierungspartner diese Personalfrage erst besprechen, wenn sie anstehe, und dann einen gemeinsamen Vorschlag machen. „Ich werde keinen Protest anmelden, wenn das jemand von der ÖVP wird." (Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2009)

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