Ex-AUA-Chef will Millionen

15. Februar 2009, 13:21
154 Postings

Angebliche "Geheimaktion" der ÖIAG: Ötsch soll keinen Cent weniger erhalten, als ihm rechtlich zusteht - Faymann sieht "keinen Anlass für Großzügigkeit"

Wien - Der Ende Jänner mit sofortiger Wirkung abgelöste Ex-AUA-Chef Alfred Ötsch wird entgegen allen Beteuerungen seine volle Abfertigung von mehr als einer Million Euro erhalten, berichtet die Tageszeitung "Österreich" in ihrer Sonntagausgabe. Der ehemalige AUA-Boss werde für seinen vorzeitigen Abgang "keinen Cent weniger" erhalten, als ihm rechtlich zustehe, nämlich 1,1 Mio. Euro. Der Deal laufe in einer Geheimaktion der ÖIAG ab. Obwohl der Staat mit 41,56 Prozent der wichtigste Eigentümer der ÖIAG sei, habe den Vertrag bisher kein Politiker gesehen.

Ötsch habe bis zuletzt extrem gut gepokert, heißt es im Bericht weiter. Er habe auf seine kompletten Ansprüche beharrt. Der Betrag könnte sogar noch deutlich darüber liegen.

Bundeskanzler Werner Faymann spricht sich ebenfalls in einem "Österreich"-Interview gegen ein großzügiges Verhalten gegenüber Ötsch aus: "Ich habe diese Vertragsauflösung bisher nicht gesehen, will aber unbedingt, dass sie von Juristen geprüft wird - und glaube, dass es beim Debakel, das der Herr Ötsch angerichtet hat, keinen Anlass für Großzügigkeit gibt", so der Bundeskanzler.

Zuletzt habe Ötsch inklusive erfolgsabhängiger Bezüge 532.000 Euro erhalten, heißt es im Bericht weiter. Aus dieser Ötsch-Gage ergebe sich jedenfalls die Abfertigung in Höhe von rund einer Million - inklusive variabler Gehaltsbestandteile seien es rund 1,1 Mio. Euro. Der Vertrag wäre eigentlich noch bis Mai 2011 gelaufen.

Unklar sei aber noch, ob es im Vorstandsvertrag zusätzliche Prämien-Zusagen gegeben habe, wie die Pensionszusagen aussehen und ob Ötsch Ansprüche aus Aktien-Optionen geltend machen könne. Unter dem Strich könnte es also deutlich mehr sein, so die Zeitung. Dass die AUA am Rande der Pleite stehe und nur mehr durch die Übernahme der Lufthansa gerettet werden könne, spiele da keine Rolle. Ötsch sei zumindest aus derzeitige Sicht rein rechtlich nichts vorzuwerfen.

Sollte Ötsch am Ende tatsächlich mehr als eine Million kassieren, könnte das auch das Ende von Peter Michaelis an der Spitze der ÖIAG bedeuten, heißt es weiter. Schließlich könne Michaelis die prekäre Situation bei de AUA nicht entgangen sein. Mit der Ablöse von Ötsch und dem Beginn des Verkaufsprozesses sei viel zu lange gewartet worden. (APA)

Share if you care.