Paris lässt angeklagte Politikerin Kabuye erneut in Heimat fliegen

15. Februar 2009, 11:11
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Kagame-Vertraute muss Frankreichs Justiz jederzeit zur Verfügung stehen

Kigali - Die französische Justiz hat die wegen Beihilfe zum Mord angeklagte ruandische Präsidentenmitarbeiterin Rose Kabuye erneut in ihre Heimat fliegen lassen. Nach Angaben der ruandischen Regierung traf Kabuye am Samstag in der Hauptstadt Kigali ein. Ein genaues Datum für die Rückkehr sei nicht festgelegt worden, die langjährige Vertraute von Präsident Paul Kagame müsse der französischen Justiz aber jederzeit zur Verfügung stehen. Kabuye hatte Frankreich bereits über Weihnachten verlassen dürfen und war Anfang Januar wie vorgesehen nach Frankreich zurückgekehrt.

Auslieferung an Paris

Kabuye war Anfang November in Deutschland festgenommen und nach Frankreich ausgeliefert worden, das 2006 einen internationalen Haftbefehl gegen die Ruanderin ausgestellt hatte. In Paris wurde Kabuye wegen Beihilfe zum Mord angeklagt und unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt; dazu gehört, dass sie das Land nicht ohne Erlaubnis verlassen darf. Die Verhaftung hatte zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Deutschland und Ruanda geführt, die beide Länder Ende Jänner aber beilegten.

Kabuye soll am Attentat auf den ehemaligen ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana beteiligt gewesen sein, dessen Flugzeug 1994 vermutlich abgeschossen wurde. Der Anschlag gilt als einer der Auslöser für den Völkermord in dem ostafrikanischen Land, durch den 800.000 Menschen starben. Die Pariser Justiz befasst sich mit dem Fall, weil Habyarimanas Flugzeug von einem französischen Piloten geflogen wurde. (APA)

 

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