Menschenrechtsexpertin für Ruanda bei Flugzeugabsturz in USA getötet

15. Februar 2009, 11:04
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Alison Des Forges war jahrzehntelang für Human Rights Watch tätig - "Niemand wusste mehr und tat mehr, um den Völkermord zu dokumentieren"

Nairobi/New York - Unter den 50 Opfern des Flugzeugabsturzes im US-Staat New York ist auch die Menschenrechtsexpertin Alison Des Forges. Wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mitteilte, war Des Forges an Bord der am 12. Februar auf dem Flug von New York nach Buffalo abgestürzten Maschine.

"Sie gehörte zu den Ersten, die auf die ethnischen Spannungen hinwiesen, die zum Völkermord führten, und als es geschah und die Welt da stand und zuschaute, tat Alison alles Menschenmögliche, um Menschen zu retten", sagte HRW-Direktor Kenneth Roth. "Niemand wusste mehr und tat mehr, um den Völkermord zu dokumentieren und die Täter vor Gericht zu bringen."

Des Forges, die 20 Jahre lang bei HRW als leitende Analystin in der Afrika-Abteilung arbeitete, galt als weltweit führende Expertin zum Völkermord in Ruanda, dem 1994 mehr als 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu zum Opfer fielen. Die 1942 geborene Menschenrechtsexpertin hatte bereits als Studentin begonnen, in Ruanda zu arbeiten. Beim Internationalen Gerichtshof zur Ahndung des Völkermords in Ruanda war sie Sachverständige. In jüngster Zeit arbeitete sie an einem Bericht über die Opfer des Konflikts im Ostkongo. (APA/dpa)

 

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