Deutsche Telekom bespitzelte eigenen Finanzvorstand

14. Februar 2009, 18:01
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"Spiegel": Auf der Suche nach Informationslecks - Konzern: "Behauptungen eines Beschuldigten"

In der Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom sollen nach einem "Spiegel"-Bericht auch eigene Vorstände wie Finanzchef Karl-Gerhard Eick ins Visier der konzerninternen Fahnder geraten sein. Laut internen Untersuchungsberichten des Unternehmens seien Reise- und Kalenderdaten von ihm und anderen Vorstandskollegen heimlich ausgewertet worden, um mögliche Informationslecks zu finden, berichtete das deutsche Nachrichtenmagazin in einer Vorausmeldung.

Unterlagen

Ein Telekom-Sprecher erklärte am Samstag auf AP-Anfrage: "Es gibt entsprechende Behauptungen eines Beschuldigten." Die Unterlagen dazu seien "wie sämtliches Material im Mai 2008 an die Staatsanwaltschaft gegangen. Der Wahrheitsgehalt auch dieser Behauptungen muss sich im Rahmen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft klären", erklärte der Sprecher. "Die Deutsche Telekom kann die Aussagen im aktuellen 'Spiegel' weder bestätigen noch dementieren."

Die Staatsanwaltschaft Bonn untersucht die Schnüffelaffäre seit dem Frühjahr 2008. Nach Angaben der Ermittler hat das Unternehmen auf der Suche nach undichten Stellen in den Jahren 2005 und 2006 die Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten der Telekom, Angehörigen des Betriebsrats, Journalisten, aber auch von Dritten wie ver.di-Chef Frank Bsirske ausgespäht, die mit dem Konzern nicht unmittelbar zu tun haben.

Untersuchungen

"Der Spiegel" schreibt in seiner neuen Ausgabe, neben den illegalen Aktionen der Konzernsicherheitsabteilung KS 3 um deren in Untersuchungshaft sitzenden Leiter Klaus T. habe es ein weiteres, von der damaligen Telekom-Spitze um Kai-Uwe Ricke legitimiertes Bespitzelungsprogramm gegeben: "Dabei wurden auch Ex-Manager und amtierende Vorstände umfänglich überprüft. Selbst Aufenthaltsorte wurden ausgespäht."

Unter ständiger Beobachtung

Die gesamte ehemalige und damals aktuelle Firmenspitze sei quasi unter ständiger Beobachtung der Konzernsicherheit gestanden, schreibt das Nachrichtenmagazin weiter. Neben Ex-Telekom-Chef Ron Sommer und seinem Pressesprecher Jürgen Kindervater hätten viele auch amtierende Spitzenmanager als Verdächtige gegolten, darunter Personalchef Heinz Klinkhammer, Festnetzchef Walter Raizner und Finanzvorstand Eick, der Ende des Monats an die Spitze von Arcandor wechselt. (APA/AP)

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