König Ole Einar

14. Februar 2009, 13:11
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Elfter WM-Titel für Björndalen im Sprint beim totalen Elch-Triumph - Landsmänner Berger, Hanevold und Os auf den Plätzen - Eder Achter, Sumann gab auf

Pyeongchang - Österreichs Biathleten sind den gestiegenen Erwartungen zum WM-Auftakt in Pyeongchang nicht ganz gerecht geworden. Simon Eder belegte am Samstag als bester ÖSV-Athlet im Sprint über 10 km Rang acht. 59,2 Sekunden fehlten dem 25-jährigen Salzburger auf Superstar Ole Einar Björndalen, der einen nie dagewesenen norwegischen Vierfach-Triumph anführte.

Mit seinem elften WM-Gold krönte sich Björndalen endgültig zum erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten. Der 35-Jährige verwies trotz zweier Fehlschüsse seine Landsleute Lars Berger (2 Fehler), Halvard Hanevold (0) und Alexander Os (1) auf die Plätze. Berger war lediglich als Ersatzmann für den erkrankten Weltcup-Spitzenreiter Emil Hegle Svendsen in die Mannschaft gerutscht.

1,2 Sekunden trennten Berger von der Sensation - und bescherten Björndalen seine 30. WM-Medaille. Mit 85 Weltcup-Siegen fehlt dem Ausnahme-Athleten zudem nur noch ein Sieg auf die ewige Bestmarke der schwedischen Alpin-Legende Ingemar Stenmark (86). Angesichts dessen kniete bei der Siegesfeier sogar IBU-Präsident Anders Besseberg - selbst Norweger - vor dem Biathlon-König nieder.

Rekorden kann der Rekordmann aber gar nicht so viel abgewinnen. "Der Sieg hier und heute bedeutet mir mehr. Das war eine Team-Geschichte. Das bedeutet mir vielleicht mehr als zehn Goldmedaillen", erklärte Björndalen, der mit Startnummer 122 auch von der durch die Kälte etwas schneller werdende Spur profitierte. "Die Bedingungen waren besser als erwartet - danke dafür."

Björndalen hat damit bereits am Sonntag in der Verfolgung (11:15 Uhr/live ORF1) die Chance, mit Stenmark gleichzuziehen. Einen seiner Weltcup-Triumphe hat der Fünffach-Olympiasieger im Langlauf errungen. Nach einer Magen-Darm-Krankheit im Herbst scheint Björndalen seine Laufform rechtzeitig zur WM wieder gefunden zu haben. "Läuferisch habe ich mich sehr gut gefühlt."

Im ÖSV-Lager hatte nur Eder Grund zur Freude - über das beste WM-Ergebnis seiner Karriere. Sein einziger Fehler war dem schnellsten Schützen im Feld im Stehend-Anschlag unterlaufen. "Die Laufform ist aber leider nicht mehr so wie zuletzt, sonst wäre mehr möglich gewesen", erklärte der Saalfeldener. Nach einer leichten Bronchitis hatte Eder zuletzt den Trainingsumfang leicht reduzieren müssen.

Nach dem ersten Schießen hatte Eder sogar geführt, musste dann aber Tempo herausnehmen. "Das war vielleicht das Schwerste am ganzen Rennen", meinte Eder. Spielverderber war der Wind. "Für Simons schnelle Stehend-Technik war es einfach ein bisschen zu viel", meinte Trainer-Vater Alfred Eder, der 1983 und 1986 zweimal WM-Bronze geholt hatte. "Läuferisch hat er noch Reserven."

Die weiteren Österreicher scheiterten am Schießstand. Jungstar Dominik Landertinger landete trotz dreier Fehler noch auf Rang 17 (+1:27,6 Min.), Daniel Mesotitsch nach ebenso vielen auf 29 (+1:52,8). Der Fauxpas des Tages unterlief aber Mitfavorit Christoph Sumann. Der Steirer war mit zwei Fehlern liegend gestartet, vergaß daraufhin aber auf die Strafrunden und gab auf.

Eine nicht gelaufene Runde hätte laut Reglement zwei Minuten Zeitstrafe zur Folge gehabt. "Das war der Schock von den zwei Fehlern. Leider sind damit für ihn gleich zwei Rennen gestorben", verwies Trainer Reinhard Gösweiner auf die Verfolgung. Ein ähnliches Missgeschick war Sumann bereits bei Olympia 2002 in Salt Lake City unterlaufen, als er eine Runde zu wenig gedreht hatte.

Landertinger und Mesotitsch haben am Sonntag zumindest die Chance, ihre Fehler auszubügeln. "Läuferisch bin ich gut beisammen. Nach dem ersten Fehler liegend habe ich aber riskieren müssen", erklärte Landertinger nach seinem WM-Debüt. Der 20-Jährige hat es in dieser Saison bereits auf drei Podestplätze gebracht - ein vierter am Sonntag wäre aber schon ein kleines Wunder. (APA)

 

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