Friedensfilmpreis für "The Messenger"

14. Februar 2009, 12:29
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Goldener und silberne Bären werden am Abend verliehen - Festival geht am Sonntag mit Publikumstag zu Ende

Berlin - Das amerikanische Antikriegsdrama "The Messenger" von Regie-Debütant Oren Moverman hat den Friedensfilmpreis der Berlinale gewonnen. Der von Friedensgruppen gestiftete Sonderpreis wird seit 1986 verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Filme, die ihre ästhetischen Mittel in besonderer Weise in den Dienst des friedlichen Miteinanders und des sozialen Engagements stellen. Am heutigen Samstagabend wird auch der Gewinner des Goldenen Bären bekannt gegeben.

"The Messenger" erzählt die Geschichte zweier US-Soldaten, gespielt von Ben Foster und Woody Harrelson, die Angehörige vom Tod ihrer Männer, Söhne und Väter im Irak zu unterrichten. Der Film zeige mit großer subversiver Kraft, "dass Krieg deformiert und Menschen hilflos und auf immer verletzt zurücklässt", hieß es am Samstag in der Begründung der Jury für die Auszeichnung. "The Messenger" gilt auch als einer der Favoriten für den Goldenen Bären, den Preis für den besten Film der Berlinale.

Die internationale Jury wird neben dem besten Film auch die besten Darsteller, den besten Regisseur und den besten Drehbuchschreiber ehren, allerdings "nur" mit Silbernen Bären. Der Jury unter Vorsitz der britischen Schauspielerin Tilda Swinton gehören unter anderen der deutsche Theatermacher Christoph Schlingensief, die kalifornische Ernährungsaktivistin Alice Waters und der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell an. Im Bären-Rennen waren 18 Regiearbeiten, darunter Filme aus Großbritannien, China, Deutschland, Dänemark, Peru, Polen, Frankreich, den USA und dem Iran.

Die Favoriten waren bis zuletzt das die Folgen von Terror auslotende Drama "London River" des Franzosen Rachid Bouchareb, der US-Film "The Messenger" von Oren Moverman über das neue amerikanische Kriegstrauma und der deutsche Thriller "Sturm", in dem Hans-Christian Schmid von der Arbeit des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag erzählt. Vielen Kritikern gefiel auch der zweite deutsche Wettbewerbsfilm, das virtuos gespielte Beziehungsdrama "Alle Anderen" von Maren Ade, in dem die Österreicherin Birgit Minichmayr einen starken Eindruck hinterließ.

Als Abschlussfilm wird am Samstagabend nach der Preisgala "Eden is West" von Oscarpreisträger Constantin Costa-Gavras gezeigt. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, der über Griechenland illegal in die Europäische Union einreist. Zur Besetzung gehören Riccardo Scamarcio, Juliane Köhler und Ulrich Tukur. Am Sonntag gehen die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit einem Publikumstag zu Ende, bei dem noch einmal viele der beliebtesten Filme gezeigt werden. (APA/dpa)

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