GM: Bankrott oder mehr Geld

15. Februar 2009, 17:00
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Größter US-Autobauer erwägt Gläubigerschutz

Chicago/Berlin - Der Opel-Mutterkonzern General Motors stellt die US-Regierung vor eine prekäre Wahl: Fließe kein weiteres Geld vom Staat, sehe sich der größte US-Autobauer trotz bisher gewährter Kredite von 13,4 Milliarden Dollar (10,4 Mrd. Euro) gezwungen, Gläubigerschutz nach Chapter 11 zu beantragen und in der Folge mit den gesunden Unternehmensteilen einen neuen Konzern aufzubauen.

Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen. Das Finanzministerium schätze, dass General Motors (GM) mindestens fünf Milliarden Dollar mehr brauche, um das erste Quartal zu überstehen.

Am Dienstag müssen GM und US-Konkurrent Chrysler, die Ende 2008 staatliche Kredite von mehr als 17 Mrd. Dollar angenommen haben, ein ausführliches Sanierungskonzept vorlegen. Die Regierung will dann entscheiden, ob sie weitere Unterstützung gewährt. In einem Brief erinnerte das Finanzministerium am Freitag GM-Chef Rick Wagoner und Chrysler CEO Robert Nardelli daran, dass "deutliche Maßnahmen" erwartet würden, die gleichzeitig amerikanische Jobs für die Zukunft sicherten. GM hat bereits angekündigt, weltweit 10.000 Stellen streichen zu wollen.

Laut WSJ gilt als unsicher, ob GM das Konzept rechtzeitig vorlegen kann, da die Verhandlungen mit Gewerkschaften und Investoren ins Stocken geraten seien. Chrysler, die in den vergangenen Wochen eine Allianz mit Fiat eingegangen ist, wolle um weitere drei Milliarden Dollar bitten.

Die deutsche GM-Tochter Opel verhandelt mit der Bundesregierung derzeit über eine Bürgschaft, um vom Mutterkonzern nicht in den Abgrund gerissen zu werden. Dank der Abwrackprämie (Schrottprämie) will Opel Berichten zufolge die Produktion wieder hochfahren und die Kurzarbeit einschränken. (Reuters, kat, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.02.2009)

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    GM hängt bereits am Tropf der Regierung. Wenn nicht noch mehr Geld fließe, so der Autobauer, drohe die Insolvenz.

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