Der Gang zum Postkasterl wird überflüssig

14. Februar 2009, 11:04
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    foto: der standard

    Statt beim Postkasterl kann der Empfänger seine Briefe an jedem beliebigen Computer abholen.

Es gibt "echte", elektronische und "hybride" Post - Letztere soll dem Postwesen den Weg ins 21. Jahrhundert ebnen helfen

Das U.S. Postal Service blickt auf einen Jahresverlust von 2,8 Mrd. Dollar. Einer der Gründe: Neun Milliarden Poststücke - vom Brief bis zum Paket - wurden im Vorjahr in den Vereinigten Staaten weniger zugestellt. Ein Rückgang, der sowohl auf die Finanzkrise als auch auf das zunehmende Schreiben und Versenden elektronischer Post, sprich E-Mail, zurückzuführen ist.

Während US-Post-Chef John E. Potter darüber nachdenkt, aus Kostengründen die Postzustellung von sechs- auf fünfmal wöchentlich umzustellen, sieht das Start-up-Unternehmen Earth Class Mail (ECM) die große Stunde für seine Lösung gekommen: digitale Postzustellung "echter Briefe".

Prinzip

Das Prinzip dahinter ist simpel: Die Briefe landen nicht mehr im physischen Briefkasten des Adressaten, sondern in einem Scan-Zentrum von ECM. Dort wird der Umschlag eingelesen. Via Internet sieht der Empfänger, ob und was für ihn eingetroffen ist. Per Mausklick entscheidet er dann, was mit dem Brief passieren soll: öffnen und einscannen, sodass er den Brief gleich online lesen kann oder ungeöffnet auf dem klassischen Postweg weiterschicken, vernichten oder zurücksenden.

Beliebt

Zehntausende Firmen und Privatpersonen haben sich bei ECM bereits ein Internet-Postfach eingerichtet. Das erspart zum Beispiel in ländlichen Gegenden nicht nur den Weg zum oft meilenweit entfernt gelegenen Briefkasten, sondern ermöglicht auch, dass die Post von jedem Computer der Welt angesehen werden kann. Kostenpunkt der Dienstleistung: ab 9,95 Dollar (7,73 Euro) pro Monat.

Das Angebot sei der nächste logische Schritt mobiler Kommunikation, ist ECM-Chef Ron Wiener überzeugt. "Wir machen dasselbe mit Briefen, was das Mobiltelefon mit Telefonanrufen gemacht hat. Früher musste man zu Hause sein, um einen wichtigen Anruf entgegenzunehmen, heute nicht mehr. Genauso kann jeder mit unserem System seine Post bequem überall auf der ganzen Welt per E-Mail lesen."

Grenzüberschreitend

Bei der Schweizer Post ist die Idee auf offene Ohren gestoßen. Sie will noch heuer den ECM-Online-Briefkasten als erste Firma außerhalb der USA zunächst bei den Eidgenossen und dann in ganz Europa einführen - und in der Folge bei der Hauszustellung sparen.

Der Weg zur "Post des 21. Jahrhunderts" wird in Österreich schon beschritten. Die Post-Tochter Scanpoint offeriert Unternehmenskunden seit einiger Zeit einen ähnlichen Dienst. 50 Kunden lassen den Angaben nach in den Post-Vertriebszentren ihre Geschäftspost nach festgelegten Regeln vorsortieren, selektieren, einscannen und in digitalisierter Form an die E-Mail-Boxen der zuständigen Abteilungen zustellen. Bei einigen Kunden seien das bis zu 6000 Poststücke täglich. Internet-Postfächer anstelle von Hausbriefkästen für den Privatbereich anzubieten, daran wird bei der Österreichischen Post mangels "Business Case" (noch) nicht gedacht. Denn die Zustellung privater Post mache lediglich acht Prozent des Geschäfts aus. (Karin Tzschentke, DER STANDARD/Printausgabe, 14.2.2009)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 167
1 2 3 4
F G
01
18.2.2009, 10:32
Warum auf halben Weg stehen bleiben?

Ich sende eine E-Mail an das Zentrum, die machen daraus einen normalen Brief, der per Post versandt wird.

mahlzeitung
 
00
18.2.2009, 09:01
Paranoia

1. Die Post wird jetzt schon elektronisch sortiert.
2. Ob die Poststücke geöffnet und gescannt werden, entscheidet der Empfänger
3. Ermittler haben auch jetzt mit einer entsprechenden richterlichen Anordnung (die unter gewissen Umständen auch umganagen werden kann) Zugriff auf die Post.

Also, hab ich so schlampert gelesen und irgendwas haarsträubendes übersehen, oder ist die Paranoia von 90% der Postings hier einfach nur durch Unwissenheit und Fortschrittsangst entstanden?

beinstein
00
17.2.2009, 09:33
DAMIT FEKTER SCHÄUBLE UND CO..

auch noch auf die letzte bastion des briefgeheimnisses einfachen weil digitalen zugriff kriegen?
NEIN DANKE!

Liam N.
00
16.2.2009, 12:41
bei Geldsendungen sicher interessant

...wenn man zB seinem Neffen ins Ausland als Unterstützung mal schnell 20 euro senden möchte, so konnte man das relativ sicher machen auch ohne es als teure Geldsendung zu deklarieren.
Wenn die Post dann aber standardmäßig geöffnet und gescannt wird, dann wird's schwierig...

Michael B
00
16.2.2009, 15:14
Solche Beträge gehen seit Jahren "standardmäßig" verloren.

Scheinen nur in keiner Statistik auf, weil die Post dafür nicht haftet, und eine Anzeige daher sinnlos ist.
Bis jetzt ist das aber noch "privat" organisiert...

geruetzel
00
16.2.2009, 08:58
aufreissen, einscannen

da greifst da ans hirn

Michael Bakunin
00
16.2.2009, 08:55
sinnloses system

der briefkasten ist ja ohnehin vor jederm haus bzw. im stiegenhaus angebracht, wo man täglich vorbei geht. und zum aufgeben eines briefes muss man ja trotzdem weiterhin auf die post gehen. was soll das für ein vorteil sein?

Schubiak
01
16.2.2009, 08:25
Idee für die Österreichische Post

Damit die Briefträger nichtmehr garsoschwer schleppen müssen legen sie nur noch einen gelben Zettel ins Briefkastl.

Darauf steht dann sowas wie
Sie haben 3 Werbungen, 1 Zeitung und 2 Rechnungen erhalten, diese wurden für sie am übernächsten Postamt hinterlegt. Was soll damit geschehen?

a) wegschmeissen
b) ich hols morgen ab
c) ich hols übermorgen ab
d) ach was, wegschmeissen

Josef Herrmann
00
16.2.2009, 07:20
notwendig wie ein kropf

als wäre der im titel zitierte gang zum postkasten so ein irrer aufwand.
irgendwann wird die digitalisierung ganz einfach degeneriert...

porco rosso
 
02
16.2.2009, 02:49
AUFWACHEN !!!!!! DIE SCANNEN UNSERE POST !!!!

Des is so - und nicht anders..
 
00
18.2.2009, 17:43
.. keine Chance ..

die schlafen alle tief und fest ...

Idol der Massen
 
00
19.2.2009, 15:20
Immer nur motzen!!

Als wenn das noch so schlimm wäre.

Du bezahlts Erbschaftssteuer für das Eigentum deiner Familie, die Vignette für eine Autobahn die sowieso von uns bezahlt wurde, du bezahlst eine Polizei die dich nicht nur überwacht sondern auch unter einem "Umsatzdruck" steht - sie MÜSSEN Strafen!! (Absoluter Irssinn!!), und, und und....

....was interessiert mich da noch, ob meine Post gescannt wird.........

klemens z
00
16.2.2009, 09:57
schon lange.

zumindest deine Adresse... hast dich mal gewundert, was die feinen orangen Linien sind ? ne art Barcode...
http://de.wikipedia.org/wiki/RM4SCC

Michael B
02
16.2.2009, 02:48
Super Idee!

Da kann gleich die Staatspolizei unsere Post vorsortieren, und man erspart sich eine Menge Zeit mit dem Lesen unnötiger Dinge...

Der Jüngste Richter
00
15.2.2009, 17:21
also das erste, was mir dabei in den sinn kommt ist,

wie die das mit dem postgeheimnis und datenschutz lösen werden.


mit einem "indianer-ehrenwort"?

Des is so - und nicht anders..
 
08
15.2.2009, 15:11
ich bin für ein..

österreichweites Rohrpostsystem für Wirtschaftsgüter bis zu 5 Kg und einer Maximalgröße von 70 x 70 x 70 cm...damit auch die Pizza platz hat ;-)

Karl Smejkal
00
16.2.2009, 13:18

unterschrieben!

Dipar
 
00
16.2.2009, 10:21

wow, wo kaufst du die pizza?

gogo gandalf
01
16.2.2009, 21:50

offensichtlich bei amazon

Außerirdischer
03
15.2.2009, 13:50
Wohin dann mit den arbeitslosen Postlern?

Nicht dass mir dass Schlangestehen und die langen Zustellzeiten abgehen würden - aber da werden wieder Menschen von einer Technologie wegrationalisiert!

Wieso wird Arbeit so hoch besteuert und Maschinen und Kapital nicht?

Da liegt doch der Hund begraben: Wenn der Steuerberater keine zweite Halbtagskraft einstellen kann, weil die Abgaben ihn erdrücken. Wenn der Installateur pro Stunde eine ''Lawine'' kostet, aber ihm selber nur wenig davon bleibt!

Wir sollten das Geld nicht immer nur denen geben, die uns mit ''Standortsicherung'' erpressen - oder wie derzeit hauptsächlich denen, die alles falsch gemacht haben!

Conan der Knusperkönig
00
15.2.2009, 13:31
schlag digital in Form eines Photos zugeschickt wird,

was heißt das dann für das Internet-Datenverkehrsvolumen?

Und würde ich machen, wenn ich einen Brief öffnen ließe & dann ist wider Erwarten etwas drinnen wäre das nicht für die Augen des Postlers gedacht ist?

Fragen über Fragen...

Ihr Knusperkönig

broncoo
00
15.2.2009, 13:19
wenn _ich_ einen (finanziellen) Vorteil davon hab, dann denk ich drüber nach

... und bis dahin geh ich sowieso jeden Tag an meinem Briefkasten vorbei.

Nachdem in Ö die Post eh zugestellt wird und bei der österreichischen Geographie kaum jemand kilometerweit zu seinem Postkastl fahren muß, kann ich mir nicht vorstellen, daß irgendwer freiwillig EUR 120 pro Jahr für dieses Service zahlt.

nonpostingnick
01
15.2.2009, 13:14
die deutsche Post plant das umgekehrte Prinzip

Versand eines Briefes per email der wird kurz vor dem Empfänger ausgedruckt ins Kuvert gesteckt und zugestellt.

http://www.focus.de/finanzen/... 71058.html

digibiz
00
15.2.2009, 12:43
das beste daran ist: nicht nur der sender auch der empfäger zahlt

Die Monatspauschale 9,95 $
darin 35 Sendungen enthalten
50 Gescannte Seiten

jeder weitere Brief
30 Cent pro zustellung
50 Cent für scannen pro Brifseite
25 Cent für scannen pro Umschlag

Klingt eigentlich gut aber mit den Preisen werden sie es schwer haben, ausser die Lobbys drücken es den Politikern aufs Aug (was passieren kann)

Der Oley
00
15.2.2009, 11:38
Ich glaube, daß sich das zumindest in Deutschland nicht durchsetzten läßt.

Briefe sind einfach zu privat und die Menschen hätten ein ungutes Gefühl, wenn diese geöffnet und gescannt werden. Und somit auch offen für den Staat und Hacker sind.

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