Ärger über Handy-Ladegeräte

14. Februar 2009, 10:55
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EU-Kommissar Verheugen will Vereinheitlichung

Das Problem kennen viele Handynutzer: Wird die Gerätemarke gewechselt, ist auch ein neues Ladegerät fällig. Zwar liegt dieses meistens der Verpackung bei, doch im Laufe der Zeit sammelt sich zu Hause ein beträchtlicher Haufen Ladeuntensilien an. Mehr als 30 unterschiedliche Ladegerätetypen existieren derzeit in der EU. Was EU-Industriekommissar Günter Verheugen ein wachsender Dorn im Auge ist. Er drängt die Hersteller von Mobiltelefonen deshalb zu einheitlichen Ladegeräten.

Geduld am Ende

"Meine Geduld mit der Industrie ist jetzt zu Ende, und wenn sie nicht bald mit einer Lösung kommt, die dazu führt, dass es einheitliche Ladegeräte für die Handys gibt, dann werden wir die Industrie zwingen, das zu tun", wetterte Verheugen am Freitag in einem Gespräch mit dem Radiosender Deutsche Welle.

Zwar habe die EU-Kommission dafür noch keine Gesetzespläne in der Schublade, doch "wir haben die rechtlichen und politischen Möglichkeiten, zu erreichen, dass dieser unhaltbarer Zustand zu einem Ende kommt", unterstrich Verheugen.

Schuld

Weniger mangelnder Wille als vielmehr rechtliche und technische Hindernisse sind laut Tony Graziano, Direktor der Vereinigung der Europäischen Informations- und Kommunikationsbranche (EICTA), für die Gerätevielfalt verantwortlich. Die Handys hätten unterschiedliche Batterien und Spannungen, die Entwicklung eines einheitlichen Ladegeräts für alle Mobiltelefontypen sei aus diesem Grund schlecht möglich. Über einen Fahrplan zur Standardisierung wolle die Branche jedoch gerne verhandeln. (kat, DER STANDARD/Printausgabe, 14.2.2009)

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    Ärger wegen uneinheitlichen Ladegeräten.

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