Ohne Unterlass

13. Februar 2009, 18:12
1 Posting

Nationalbibliothek legt auch für 2008 positive Bilanz

Wien - Jammern ist nichts für Johanna Rachinger, die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek: Auch das siebente Jahr als vollrechtsfähige Institution wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Zahl der Besucher (musealer Bereich) stieg erneut - um 7,6 Prozent auf nun 183.428. Und der Gewinn 2008 beträgt 526.055 Euro. Die Deckungsvorsorge ist auf 6,875 Millionen Euro angewachsen, wie Rachinger bei ihrer Jahrespressekonferenz am Freitag bekanntgab.

Mit der Basisabgeltung von 22,48 Millionen Euro finde man daher auch die nächsten zwei, drei Jahre das Auslangen. Zusätzliche Mittel seien dennoch nötig. Etwa für die Massendigitalisierung im Zuge des Projektes www.europeana.eu, denn es brauche "eine kritische Masse" an zu Verfügung stehenden Daten, damit diese digitale EU-Bibliothek sinnvoll sei.

Rachinger unterstrich wieder die Notwendigkeit eines dritten Tiefspeichers. Er soll unter dem Heldenplatz errichtet werden und die ÖNB für 70 Jahre von allen Platznöten befreien. Die Kosten betragen 30 Millionen Euro für den Bau und 19 Millionen für die Einrichtung. Rachinger hofft, dass der Speicher im Rahmen des konjunkturbelebenden Maßnahmenpakets realisiert wird: "Er muss erste Priorität haben, weil wir gesetzlich verpflichtet sind, Bücher zu sammeln. Unser Bestand wächst daher jährlich um 50.000 Objekte."

Auf den Startschuss wartet sie auch im Falle des Literaturmuseums, das im alten Hofkammerarchiv etabliert werden soll. Mit der Umsetzung könne erst nach der Gebäuderestaurierung begonnen werden. Die Modernisierung der ÖNB hingegen wird munter fortgesetzt: Im Herbst will man den generalsanierten Augustinerlesesaal wiedereröffnen, zu Jahresende die vergrößerte Kartensammlung. Ab Jänner 2010 wird es zudem am Heldenplatz einen neuen Lesesaal (mit 70 Plätzen) geben. (trenk, DER STANDARD/Printausgabe, 14./15.02.2009)

Share if you care.