Vorstandsrochade in Kärntner Hypo

13. Februar 2009, 18:05
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Nach einem sehr kurzen Gastspiel im Vorstand ist Ex-BA-CA-Managerin Susanne Althaler Ende Jänner aus der Österreich-Bank der Kärntner Gruppe ausgeschieden

Wien - Die Kärntner Hypo Alpe Adria kommt nicht zur Ruhe. Ende des Vorjahres musste die stets unter einer dünnen Eigenkapitaldecke leidende Gruppe 900 Mio. Euro Partizipationskapital vom Staat aufnehmen. Schon im ersten Halbjahr 2008 hat die ehemalige Landesbank einen Verlust von 62 Mio. Euro eingefahren, die Finanzkrise hat die Lage nicht erleichtert.

Bereits im Oktober warnte der Chef der Hypo-Group, Tilo Berlin (er ist Wolfgang Kulterer an die Spitze des Unternehmens nachgefolgt), ein Kreditportfolio von 500 Mio. Euro bedürfe "einer intensiven Bearbeitung", tatsächlich soll die Bank (einem nicht dementierten Bericht der Presse gemäß) für 2008 einen Verlust von rund 500 Mio. Euro einfahren.

Abschied von Althaler

Im Österreich-Arm der Gruppe - der Hypo Alpe Adria Bank AG, die der Hypo Alpe Adria Bank International gehört - dürfte es in den vergangenen Wochen besonders rund gegangen sein, verlautet nun aus Kärntner Wirtschaftskreisen.

Nach außen hin materialisiert hat sich das mit dem Rückzug von Susanne Althaler aus dem Vorstand der Bank. Die Wienerin Althaler war erst im Juli 2008 in den Vorstand gekommen - Ende Jänner hat sie ihren Posten wieder an den Nagel gehängt. Im Firmenbuch ist der Antrag am 4. Februar eingelangt. In den Vorstand nachgerückt ist Gerhard Salzer, er war Leiter des Controlling der Gruppe gewesen.

Althaler selbst erklärt ihren Rückzug auf Anfrage des STANDARD mit "rein privaten Gründen". Vor ihrer Übersiedlung nach Klagenfurt war die aus Graz stammende 48-Jährige fünf Jahre lang im Vorstand der Schoellerbank AG (Privatbank der Bank Austria) gewesen, begonnen hatte sie ihre Karriere in der PSK, von der aus sie mit Gouverneur Erich Hampel in die Creditanstalt (CA) übersiedelt war.

Geschäftlich leidet die Kärntner Bank (gehört mehrheitlich der BayernLB, 16 Prozent hält das Land Kärnten, 26 Prozent der Versicherer Grawe; Bankchef Berlin hat seinen Anteil an die Bayern verkauft) vor allem unter Liquiditätsbedarf und Wertberichtigungsdruck.

Deals mit "Wirtschaftswunderknaben"

Von den guten Kreditnehmern soll man sich aus Gründen der Liquiditätsgewinnung teilweise verabschiedet haben, heißt es in der Branche - dafür hängen sich die schlechten Kreditnehmer schwer an. Beim Schlosshotel Velden etwa, das mit viel Hypo-Geld umgebaut wurde, tut man sich mit dem Rückzahlen schwer; Probleme gibt es auch bei schlechtest besicherten Krediten an einen österreichischen Industriellen mit Problemen in Ostdeutschland.

Zudem hat die Hypo Alpe Adria 2007/2008 Deals mit dem Deutschen Lars Windhorst gemacht. Der 32jährige vermeintliche "Wirtschaftswunderknabe" beauftragte etliche Banken mit dem Kauf von Aktien, nahm die aber nicht alle ab. Über den Wertberichtigungsbedarf daraus wurde in Kärnten heftig diskutiert, kolportiert wird einSchaden von bis zu 42 Mio. Euro. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15.2.2009)

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    Nach nur sieben Monaten im Vorstand der Hypo Alpe-Adria-Bank hat Susanne Althaler ihren Posten an den Nagel gehängt. In Kärnten spricht man von Verwerfungen, Althaler von "privaten Gründen".

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