Asfinag will ÖBB 620 Grundstücke verkaufen

13. Februar 2009, 17:56
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Wien - Die vor eineinhalb Jahren in Aussicht gestellte Kooperation von ÖBB und Asfinag trägt erste Früchte: Der mit bald elf Milliarden Euro Schulden herumkurvende Autobahnbauer will einen Teil seiner nicht betriebsnotwendigen Immobilien an die ihrerseits mit Milliarden-Schulden beladene ÖBB verkaufen. Begründet wird die angestrebte Transaktion mit fehlendem Know-how in Sachen Verwaltung und Verwertung von Immobilien.

Reichtümer kann bei dem ungewöhnlichen Deal mit insgesamt 620 Grundstücken (oder 74 Hektar Fläche) freilich weder die Asfinag noch die Bahn anhäufen. Denn die Liegenschaften befinden sich teilweise in unattraktiven Gegenden nächst der Autobahn. Neben gewerblich nutzbaren oder als Bauland gewidmeten Grundstücken befinden sich auch ein paar historische Schmankerl: Etwa jener Streifen am Wiener Flötzersteig, auf dem vor fast 30 Jahren die Wiener Westeinfahrt auf Stelzen gebaut werden hätte sollen. Da es dazu nie kam, wurden vom Asfinag-Vorläufer Bundesstraßenverwaltung nie Grundablösen realisiert. Auf den Grundstücken stehen nach wie vor Wohnhäuser.

Restposten

Um die soll sich demnächst ebenso die ÖBB kümmern, wie um jene Fläche in Wiener Neustadt, auf der mangels Rentabilität nun doch kein Stadion errichtet wird.
"Die ÖBB hat bereits eine sehr professionelle Immobilienverwertung, die können auch das Eigentumsrecht besser vertreten als wir" , so das Asfinag-Vorstandsduo Alois Schedl und Klaus Schierhackl im Standard-Gespräch. Die ÖBB zeigt sich grundsätzlich interessiert, Organe seien mit der Causa aber noch nicht befasst. Das sollte eine Formsache sein: Der Buchwert der 620 Immos beträgt 2,67 Millionen Euro, der geschätzte Verkehrswert elf Mio. Euro. Vom Erlös muss die Asfinag 80 Prozent an das Finanzministerium zahlen. Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.02.2009)

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