"Den Sport 24 Stunden am Tag leben"

13. Februar 2009, 17:27
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Dominik Landertinger (20) ist Medaillenkandidat bei der Biathlon-WM - Teil des Preises des Erfolges: kein Nachtleben

Frage: Herr Landertinger, Sie sind die Hoffnung des österreichischen Biathlonsports. Wann haben Sie selbst gemerkt, dass Sie gut sind?

Antwort: Wann ich gemerkt habe, dass ich nicht nur Spaß am Biathlon habe, kann ich nicht sagen. Ich betreibe den Sport, seit ich elf bin. Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht - und dass Biathlon mir liegt, hat man angeblich gleich gesehen.

Sicher, in Österreich wollen alle Buben Fußballer oder Abfahrer werden. Aber Biathlon ist bei mir daheim (Hochfilzen; Anm.) omnipräsent. Das war für mich immer der spannendste Sport überhaupt.
Aber worauf es vor allem ankommt: Was man tut, muss Spaß machen. Wenn ich den Sport nicht 24 Stunden am Tag lebe, dann schaffe ich es nämlich nie bis an die Spitze.
Deshalb tut es mir auch keine Sekunde leid, dass ich auf manches verzichten muss, was für andere selbstverständlich: ausgehen etwa. Die Gefahr, sich zu erkälten, ist einfach zu groß.

Nein, ich habe mir wirklich noch nie gedacht, dass das im Augenblick ein zu hoher Preis für einen möglichen Erfolg in der Zukunft sein könnte. Ich spüre den Verzicht auch kaum: All meine Freunde sind Sportler - die leben das so wie ich.

Frage: Biathlon gilt hier noch immer als Randsportart. Tut es weh, wenn Sportler mit einem Bruchteil Ihrer Leistung ein Vielfaches der Aufmerksamkeit bekommen?

Antwort: Nein. Das ist mir vollkommen egal. Ich tue, was ich tue, weil ich es will - nicht wegen der Aufmerksamkeit. Außerdem kann man auch einmal über die Grenzen schauen: Skifahren ist in Österreich wichtig - aber im übrigen Europa sind alle nordischen Sportarten viel viel populärer und relevanter. (DER STANDARD; Printausgabe, 14./15.2.2009)

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    Dominik Landertinger.

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