Einbürgerungen drastisch gesunken

13. Februar 2009, 19:39
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Rückgang im Vorjahr um 27 Prozent - Seit 2003 ist die Zahl der Einbürgerungen sogar um drei Viertel gesunken

Wien - Im Vorjahr ist die Zahl der Einbürgerungen wieder stark gesunken. Nachdem es schon 2007 viel weniger Einbürgerungen gegeben hatte als 2006, kam es 2008 zu einem neuerlichen Rückgang um 27 Prozent.

Im Jahr 2008 wurde an 10.268 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen, im Jahr davor waren es noch 14.041. Gegenüber dem Jahr 2003 ging die Zahl der Einbürgerungen sogar um mehr als drei Viertel zurück. Noch weniger Einbürgerungen als im Vorjahr gab es zuletzt 1990. Statistiker sehen das restriktive Gesetz, das seit März 2006 neue Hürden für die Beantragung der Staatsbürgerschaft geschaffen hat, als Grund.

Ein Drittel in Österreich geboren

Mehr als ein Drittel (37,3 Prozent) der Eingebürgerten wurde bereits in Österreich geboren. Weiters waren 62 Prozent der Neo-Österreicher zum Zeitpunkt der Einbürgerung unter 30 Jahre alt, mehr als die Hälfte davon war jünger als 15.

Neben dem strengeren Gesetz vermutet die Statistik Austria eine veränderte Schichtung bei den Einbürgerungen als Grund. In den vergangenen fünf Jahren seien deutlich weniger Personen nach Paragraf 10 Abs. 1 des Staatsbürgerschaftsgesetzes (mindestens zehnjähriger, ununterbrochener Hauptwohnsitz in Österreich) eingebürgert worden. Rund 1.200 Personen erhielten die Staatsbürgerschaft nach mehreren Jahren mit österreichischem Wohnsitz aus "besonders berücksichtigungswürdigen Gründen", etwa weil sie asylberechtigt oder nachhaltig integriert waren.

Starker Rückgang bei Ehepartnern

Etwa 100 wurden durch "sonstige Gründe", beispielsweise aufgrund "außerordentlicher Leistungen im Staatsinteresse", zu Österreichern. Um 30,6 Prozent zurückgegangen ist die Zahl jener Menschen, die aufgrund einer Ehe mit einem Österreicher Anspruch auf die österreichische Staatsbürgerschaft haben. Hier haben sich die Wartezeiten mit der letzten Gesetzesnovelle verlängert.

Die neuen Staatsbürger stammen insgesamt aus 116 verschiedenen Ländern. Nummer Eins der Herkunftsländer ist mit 2.582 Eingebürgerten Serbien, aus Bosnien und Herzegowina kamen 2.207 Personen, aus der Türkei 1.664 und aus Kroatien 824. Einen rasanten Anstieg gab es bei Einbürgerungen von Menschen aus Afghanistan (106) mit einem Plus von 146,5 Prozent.

Alle Länder betroffen

Grundsätzlich gab es in allen Bundesländern weniger Einbürgerungsbescheide als 2007. Spitzenreiter ist mit einem relativen Rückgang von 34,7 Prozent Salzburg, dicht gefolgt von Vorarlberg (minus 34,6 Prozent). In Kärnten erhielten um 32,3 Prozent weniger Personen die österreichische Staatsbürgerschaft, in Tirol um 31,2 Prozent und im Burgenland um 30,3 Prozent. Oberösterreich verzeichnete ein Minus von 28 Prozent, in Wien gingen die Einbürgerungen um 27,3 Prozent zurück. Es folgen die Steiermark (minus 26,2 Prozent) und Niederösterreich (minus 9,9 Prozent). Zehn Neo-Österreicher hatten ihren Wohnsitz im Ausland.

(APA)

 

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