40 Prozent

Hart "pro Frauen-Quote"

14. Februar 2009, 17:00

Obwohl es politisch wieder recht still geworden ist um die Forderung nach Frauenquoten in den Aufsichtsräten, bleibt die Arbeiterkammer dabei

Mit rund 2000 Personen stellen Arbeitnehmer fast ein Drittel der Aufsichtsräte in diesen Gremien in Österreich, sagen Helmut Gahleitner, Referent in der Wirtschaftspolitik, und Heinz Leitsmüller, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft in der Wiener Arbeiterkammer. Die beiden befassen sich seit Jahren sehr intensiv mit Governance-Fragen und haben einen ganzen Katalog von Verbesserungswünschen zum Thema vorgelegt.

Zur heißen Diskussion der Gagendeckelung wollen sie - wie berichtet - ein Limit beim 20fachen der Durchschnittseinkommen im Unternehmen. Alles darüber hinaus soll nicht mehr steuerlich absetzbar sein. Der Corporate-Governance-Kodex, die Benimmregeln für Börseunternehmen, soll künftig nicht mehr als Selbstregulativ wirken - das habe sich nicht bewährt -, sondern Gesetzeskraft samt Sanktionen erhalten. Wichtige Änderung dabei laut Gahleitner und Leitsmüller: Wirtschaftsprüfer sollen verpflichtend alle fünf Jahre extern rotieren, nicht wie bisher innerhalb des Prüfungsunternehmens.

Obwohl es politisch wieder recht still geworden ist um die Forderung nach Frauenquoten in den Aufsichtsräten (nach norwegischem Modell), bleibt die Arbeiterkammer "hart" bei dieser Forderung. "Aus gesellschaftspolitischen Gründen - es geht um eine faire Verteilung der Macht. Wir verlangen eine 40-prozentige Frauenquote."

Mehr Genehmigungspflichten

Zentral ist für Gahleitner eine neue Betrachtung hochriskanter Geschäfte: So sollen Informations- und Genehmigungspflichten solcher Transaktionen ausgeweitet werden, der Katalog dazu im Aktienrecht sei veraltet und gehöre ergänzt.

Ob nicht die Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsgremien angesichts der rein nationalen Problemfälle (von Bawag abwärts) auch recht wenig gefragt hätten und recht wenig gesehen hätten? Die beiden widersprechen nicht ausdrücklich, berufen sich allerdings auf intensivierte Schulungen hinsichtlich Eloquenz, Psychologie im Aufsichtsrat und soziales Verhalten in diesen Gremien.

Im Gespräch vermeiden Gahleitner und Leitsmüller, die Zusammensetzung der Aufsichtsgremien in Österreich - Stichwort „Old-Boys-Network" - zu problematisieren. Natürlich sei die Landschaft "relativ eng", konstatieren sie aber. Ob die Remunerationen mit durchschnittlich hierzulande 10.000 bis 20.000 Euro zu gering seien, um Professionelle anzuziehen? Nein, sagen die beiden. Diese Entschädigung für Kapitalvertreter sei durchaus angemessen. (kbau/DER STANDARD; Printausgabe, 14./15.2.2009)

Jeffrey Lebowski
 
00
5.10.2009, 22:26
fangen wir klein an, ok ?

die herrschaften die so vehement die quote fordern sollen mal bei der MA48 und am Bau anfangen. Wenns dort dann die 40% Quote erfüllt haben könnens von mir aus auch eine in den aufsichtsräten haben ...
ahja, und gleichstellung bei zivil- und präsenzdienst bitte auch gleich

powerpack
02
18.2.2009, 13:53

ich finde diese ganzen quoten-diskussionen total schwachsinnig. einen posten (egal welchen) sollte jemand einzig und allein aufgrund der qualifikation bekommen.
quotenregelungen sind staatlich verordnete diskriminierung-denneine gruppe wird dadurch immer ausgeschlossen.was bringt es wenn frauen nur aufgrund ihres geschlechts einen posten bekommen.

anstatt ständig quoten zu fordern, sollten lieber einmal die kinderbetreuungsmöglichkeiten für frauen stark verbessert werden, damit beruf und familie endlich unter einen hut zu bringen sind. zusätzlich könnte gesetzlich geregelt werden, dass frauen für die gleiche arbeit gleich viel verdienen sollen. diese maßnahmen wäre viel wichtiger, als die diskrimierenden, kontraprodutiven quotenregelungen

mondkeksi
00
15.2.2009, 15:01
40 %

wieso nicht 50 % frauenquote?

mehr als 50 % der bevölkerung sind frauen, mehr als 50 % der studentInnen an den unis sind frauen, wieso dann nur eine 40 %-quote?

Martin vom Dach
00
18.2.2009, 17:31
Weil das "mehr als 50%" durch 85jährige Witwen entsteht, die nicht ultimativ geeignet für Vorstandsposten sind?

Mann40
41
15.2.2009, 12:22

es gibt weitaus wichtigere Dinge wofür die sich die AK engagieren sollte..

super web checker
00
15.2.2009, 20:47

ja, zum Beispiel für eine 40% ige Quote für Gewerkschaftsmitglieder. Wäre ja noch schöner, wenn verdiente Beitragszahler nicht als erste versorgt werden.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.